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Şenol Güneş Interview: „Eine Gedankenrevolution“

Şenol Güneş ist einer der erfolgreichsten Trainer in der Türkei und trifft mit Beşiktaş in der Champions League nun auf den FC Bayern München. Den Deutschen ist er auf ewig dankbar – besonders einem ganz Großen. SOCRATES traf ihn zum Interview.

Autor: Fatih Demireli

Şenol Güneş (65) stand ununterbrochen 15 Jahre im Tor von Trabzonspor und der Nationalmannschaft der Türkei. Nach einer Zeit als Lehrer der Mittelschule wurde er Trainer und feierte seither große Erfolge, u.a. wurde er WM-Dritter 2002 und zuletzt zwei Mal in Folge Meister mit Beşiktaş.

Herr Güneş, können Sie sich an Ihre erste Begegnung mit einer deutschen Mannschaft erinnern?

War es Kaiserslautern?

1982 als Vereinsspieler von Trabzonspor, ja. Die erste Begegnung gab es aber als Nationalspieler.

Helfen Sie mir weiter.

Das Interview erschien in Ausgabe #16

Am 17. November 1976 gastierten Sie mit der Türkei in Dresden bei der Nationalmannschaft der DDR. Das WM-Quali-Spiel endete 1:1. Beim Rückspiel fehlten Sie, das wurde verloren. Am 1. April 1979 spielten Sie dann erstmals gegen das von Jupp Derwall trainierte Westdeutschland. Am Ende stand es 0:0 in Izmir.

Das Rückspiel gegen Westdeutschland war im Park-Stadion, Gelsenkirchen. Es gab eine Auseinandersetzung zwischen den Fans. Ich ging dazwischen und bekam dafür einen Fairplay-Preis. Ich konnte es nicht verstehen, weshalb Türken und Deutsche miteinander streiten. Sie leben doch zusammen. Der Fußball sollte verbinden, nicht trennen.

Welche Erinnerungen haben Sie sonst an Deutschland?

Deutschland war schon immer etwas Besonderes. Ich habe ja meine Trainerausbildung zum Teil in Deutschland gemacht. Ich war in Hennef, später dann auch einige Zeit in Berlin in der Ausbildung. Für mich ist Deutschland, was die Ausbildung und die Disziplin angeht, das Vorzeigeland überhaupt. Und wenn sie mal Defizite haben, finden sie schnell Wege diese auszugleichen. Das finde ich beeindruckend.

Als Sie 1979 im Tor gegen Westdeutschland standen, war Derwall Trainer des DFB-Teams. Kurze Zeit Später kam er in die Türkei zu Galatasaray und veränderte den Fußball in diesem Land. Heute ist er eine Legende in der Türkei. Haben Sie damals schon als Spieler verstanden, dass da jemand im hohen Stile Veränderungen angeht?

Schauen Sie, ich war immer Fan des deutschen Fußballs. Schon Helmut Schön hat mich beeindruckt. Aber Derwall ist sowohl für den deutschen, als auch für den türkischen Fußball eine extrem wichtige Figur. Er hat in der Türkei unter widrigen Umständen nicht nur eine Weiterentwicklung vorangetrieben, sondern visionär gehandelt und ein Fußballland verändert.

Eigentlich machen Lehrer und Trainer den gleichen Job

Was hat er getan?

Das, was Derwall in der Türkei getan hat, war eine Gedankenrevolution. Wir Türken haben uns jahrelang gefragt, was wichtig ist, um im Fußball erfolgreich zu sein. Ist es die richtige Taktik? Ist es die richtige Technik? Ist es die Kondition? Wir haben Fragen gestellt und wussten die Antwort nicht. Er hat uns die richtigen Antworten gegeben. Es begann mit ihm, aber dann kamen immer mehr Deutsche und beantworteten unsere Fragen.

Sie waren zwischen 2000 und 2004 Nationaltrainer. Bei der WM 2002 wurden Sie in Südkorea und Japan Dritter, 2003 beim Konföderationen-Pokal erfolgte erneut ein dritter Platz – und dies mit einer sehr jungen Mannschaft. Dennoch war es ein steiniger Weg. Warum ist das Trainer-Dasein in der Türkei so schwer?

Ich war mit meinen Mannschaften oft in Deutschland, um Trainingslager zu absolvieren. Selbst in den kleinsten Dörfern gibt es hervorragende Trainingsplätze, wo Jung und Alt trainieren können. In der Türkei wurden in den letzten Jahren tolle Stadien gebaut, aber das reicht nicht. Wir müssen in die Ausbildung investieren, wir müssen den Kindern mehr Möglichkeiten geben. Stattdessen arbeiten wir oberflächlich an kurzfristigen Lösungen und über die strukturellen Lösungen reden wir nur.

Kann die Türkei so irgendwann fußballerisch zu den großen Nationen aufschließen?

Vereinzelte Ergebnisse auf dem Platz sind immer möglich, aber für das Große und Ganze muss investiert werden. Die Engländer haben es zuletzt auch vorgemacht. Sie waren gegenüber äußeren Einflüssen verschlossen, haben sich aber geöffnet, in die Ausbildung investiert und stellen jetzt die beste Liga der Welt und die Nationalmannschaften kommen nun auch nach.

Sie waren nach Ihrer Zeit als Profifußballer Schullehrer, erst dann sind Sie Trainer geworden. Haben Sie aus der Zeit Ihres Lehrerlebens etwas in den Fußball transportieren können?

Fußballer stehen voll im Leben, haben viel Geld, ein großes Ansehen und dazugehörig oft auch eine Berühmtheit. Man muss natürlich damit umgehen können, aber eigentlich machen Lehrer und Trainer den gleichen Job. Es ist ein anderer Beruf, aber die Praktiken sind gleich. Es ist ein Vorteil, über Pädagogik und Psychologie Bescheid zu wissen, wenn man Menschen einen Weg zeigt, indem man ihnen Wissen mitgibt – und nichts Anderes ist es, was man als Lehrer oder Trainer tut.

Bayern wird für Beşiktaş eine Reifeprüfung

Was ist schwieriger?

Der Schüler muss in die Schule kommen. Der Fußballer auch, aber kann auch aus freien Stücken aufhören, wenn er nicht mehr will. Vielleicht ist daher der Fußballer etwas schwerer zu erziehen, aber es gibt Wege.

Wie gut Ihre pädagogischen Fähigkeiten sind, haben Sie im Fall von Mario Gómez bewiesen. Er kam als Problemfall in die Türkei, schaffte aber unter Ihnen den Aufschwung und wurde wieder Nationalspieler. Wie haben Sie ihn hinbekommen?

Er war immer ein großer Fußballer. Seine Probleme waren Verletzungen, die ihn runterzogen und sein Leistungsbild beeinträchtigten. Er brauchte einen Neuanfang und es war eine Chance für beide Seiten. Wenn wir schon beim Bild Schüler und Fußballer sind: Er hat wie ein emsiger Schüler gearbeitet, seine Perspektive verändert und so Erfolg erfahren. Und er hat es mir einfach gemacht, indem er meiner Art und Weise ihm zu helfen, Vertrauen geschenkt hat. Er hätte ja auch sagen können: „Nein, ich gehe meinen Weg!“

Er hat zugehört.

Weil er auch ein sehr anständiger und höflicher Typ ist. Er liebt Fußball und wollte seit Tag eins beweisen, welches Kaliber er hat. Es ist nicht einfach, in dem Alter noch einmal so einen Perspektivwechsel zu vollziehen. Er hat es geschafft.

Wie traurig sind Sie, wenn ein Erfolgsfall wie Mario Gómez Ihre Mannschaft verlässt?

Ich möchte meine Arbeit gut machen und erfolgreich sein. Erfolg bedeutet aber nicht, zu gewinnen oder Meister zu werden, sondern den Lohn einer Arbeit zu ernten. Es bedeutet mir viel, wenn sich meine Spieler entwickeln. Freude und Enttäuschungen gehören dazu, aber sie sind wiederkehrend. Wichtig ist, dass sie nicht auf Zufällen beruhen.

Kein Zufall ist, dass Beşiktaş nun im Achtelfinale der Champions League aufden FC Bayern trifft. Nachdem Beşiktaş  in der Gruppenphase zwei Mal RB Leipzig besiegt hat, schrieben türkische Medien: „Leipzig hat seinen großen Bruder geschickt!“ Ist gegen den Big Brother der Pädagoge oder der Trainer Şenol Güneş gefragt?

Es ist kein Geheimnis, dass der FC Bayern in vielen Belangen uns weit voraus ist. Wir wissen, wer wir sind, was wir können und was nicht. Das bedeutet aber nicht, dass wir ein Team sind, das ihm Vorbeigehen zu schlagen ist. Wir haben bisher – auch in der Champions League – unseren eigenen Stil des Fußballs durchgezogen und möchten dies auch gegen Bayern tun. Bestenfalls spielen wir guten Fußball und kommen eine Runde weiter. Schlechtestenfalls möchten wir mit unserer Art und Weise, wie wir spielen, einen positiven Eindruck hinterlassen und so von der Bühne abtreten. Die Duelle werden für uns eine Reifeprüfung.

Der Sport sollte Freundschaft, Liebe, Respekt und Frieden darstellen

Jupp Heynckes fand für Sie lobende Worte…

…er gehört ja auch zum alten Eisen wie ich (lacht).

Was halten Sie von ihm?

Ich habe für seine Worte zu danken. Er war ein überragender Fußballer und ist dann auch ein überragender Trainer geworden. Seine Erfahrung spricht für sich. Ich fange jetzt aber nicht an, ihn zu loben. Jedes Lob könnte an dieser Stelle zu kurz geraten und wäre Heynckes nicht gerecht. Nicht umsonst holt ihn der FC Bayern jedes Mal zurück, wenn Bedarf besteht. Ich weiß noch, wie ich damals sein vermeintlich letztes Spiel im Stadion live gesehen habe. Das würde bei uns gar nicht gehen. Oder die Sache in Dortmund…

Was meinen Sie konkret?

Dass Dortmund einen Trainer holt, der in Köln die Saison über drei Punkte geholt hat, finde ich beeindruckend. Das würde in der Türkei nie gehen, die Aufruhr wäre groß. Wir sind leider noch nicht soweit, tun aber alles, dies zu erreichen.

Sind Topklubs nur von Älteren trainierbar?

Nein, das würde ich nicht sagen. Die Erfahrung ist nur ein Hilfsmittel, mehr aber auch nicht. Julian Nagelsmann ist auch nicht alt und macht einen tollen Job in Hoffenheim. Ob es jetzt schon für Bayern München reichen würde, weiß ich nicht. Vielleicht sollte man das mal testen.

Sie waren im Dezember in München, als der FC Bayern im Pokal gegen Dortmund gespielt hat. Dort kam es auch zum Treffen mit den Verantwortlichen der Münchener.

Es war ein sehr warmer Empfang. Ich mag die Bescheidenheit der Deutschen, da ist keine Überheblichkeit zu spüren. Die Hoeneß-Brüder waren da, Karl-Heinz Rummenigge war da – es war schön. Es ist wichtig, dass die Beziehungen gut sind. Nicht nur im Fußball, sondern auch allgemein. Die Türkei braucht diese freundschaftliche Beziehung. Ich verstehe nicht, was es bringt, die Stimmung zu verschärfen. In Deutschland leben so viele Türken – das bringt doch nichts.

Kann denn ein Fußballspiel verbindende Wirkung zwischen zwei Ländern erzielen, die auf politischer Ebene Spannungen haben?

Es sollte! Der Sport sollte Freundschaft, Liebe, Respekt, Frieden darstellen und die Menschen nicht auseinander bringen. Aber das gilt nicht nur für den Sport, sondern auch für die Politik. Auch da sollten die Politiker darauf aufpassen, was sie sagen. Große Nationen sollten sich wie große Nationen verhalten. Die Spannungen sind mir bekannt, aber ich glaube, dass das für die Menschen keine Rolle spielt und dass das vergänglich sein wird. Mir persönlich ist es egal, welche Herkunft oder Glaube mein Gegenüber hat. Das sollte nirgendwo auf der Welt eine Rolle spielen. Von Boshaftigkeit hat noch nie jemand etwas gewonnen.

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Marcel Hirscher: Ungebrochener Siegeswille

Der Österreicher Marcel Hirscher ist einer der besten Skirennläufer und selbst eine große Verletzung hat ihn zu Beginn der Saison nicht zurückgeworfen. Auch sein Siegeswille ist ungebrochen.

Interview: Ozan Can Sülüm

Herr Hirscher, nachdem Sie sehr lange Zeit verletzungsfrei waren, haben Sie sich kurz vor der olympischen Saison den Knöchel gebrochen. Ein Olympiasieg ist das Einzige, was in Ihrer Karriere noch fehlt. Waren Sie nervös, weil Sie die Olympischen Spiele hätten verpassen können?

Dieses Interview erschien in Ausgabe #16

Natürlich war mein erster Gedanke: „Ach, verdammt!“ – allerdings nicht wegen der olympischen Saison. Tatsache ist jedenfalls, dass genauso wie jeder andere auch ich mich nicht verletzen will. Also war ich nicht erfreut darüber. Aber zumindest hatte ich das Glück, eine unkomplizierte Fraktur zu haben und dass nicht mal eine Operation notwendig war. Deswegen konnte ich mein Krafttraining nach kurzer Zeit wieder fortsetzen und habe dadurch nicht viel an Stärke verloren. Es war eine Art Auszeit. Zum Teil brauchte ich das vielleicht sogar. Mental gesehen geht es mir ziemlich gut.

Durch die Verletzung haben Sie einen Großteil des Sommertrainings verpasst. In Levi hatten Sie einen langsamen Start erwartet, waren nach dem ersten Durchgang Vierter, aber am Ende wurden Sie Siebzehnter. Dachten Sie, dass alles nach Plan lief, oder waren Sie besorgt?

Sorgen würde ich niemals mit mir in den Wettbewerb schleppen. Ehrlich gesagt, hatten wir nur gehofft, dass ich den zweiten Durchgang erreiche. Mission erfüllt.

ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel behauptete, dass Sie vielleicht zu früh angefangen hätten, wieder zu trainieren, und Ihre Antwort war: „Was bedeutet zu früh? Wer außer mir könnte das wissen?“ Hat dieses Statement Ihre Beziehung zum ÖSV beeinflusst?

Überhaupt nicht. Peter ist ein professioneller Präsident und er ist sich der Tatsache bewusst, dass Athleten manchmal unterschiedliche Meinungen haben. So geht es mir auch.

ÖSV-Direktor Hans Pum sagte, dass Ihre Rückkehr aufmunternd sei. Obwohl die österreichische Männermannschaft richtig erfolgreich ist, war die Frauenmannschaft letzte Saison ungefähr eintausend Punkte hinter Italien und das größtenteils wegen Verletzungen. Spüren Sie den Erwartungsdruck wegen allem, was bei den Olympischen Spielen von der Männermannschaft erwartet wird?

Ich spüre eigentlich einen niedrigeren Druck als in den vergangenen Jahren. In der olympischen Saison ist der Medienrummel natürlich größer, aber ich denke, dass sowohl die Mannschaft als auch die einzelnen Athleten damit sehr gut umgehen. Und immerhin wissen wir alle, dass der Erfolg des ÖSV definitiv nicht allein von mir abhängt.

Das war das erste Mal, dass Hirscher einen Traum dieser Größenordnung verwirklichte

Zwischen achtzehn und zwanzig Jahren erreichten Sie großes mediales Aufsehen, indem Sie als Teenager dreifacher Jugendweltmeister beim Slalom und Riesenslalom wurden. Gleichzeitig debütierten Sie beim Weltcup. Wie würden Sie jene Jahre beschreiben?

Auf jene Zeit zurückzublicken, macht mich irgendwie immer noch sprachlos. Das war das erste Mal, dass ich einen Traum dieser Größenordnung verwirklichte. Ich dachte wirklich, „Ich hab’s geschafft!“, und gleichzeitig dachte ich schon damals größer. Na ja, ich denke, dass es recht gut funktioniert hat.

Sie haben 2009 in Garmisch bei der Super-G-Junioren-Weltmeisterschaft eine Silbermedaille gewonnen, aber Ihr erster Super G im Weltcup kam erst 2015. Gab es einen besonderen Grund dafür?

Ja, klar! Offensichtlich war ich nicht früher dazu bereit und beim Weltcup gab es natürlich einige exzellente Skirennläufer, die schneller waren als ich. An jenem Tag waren alle Voraussetzungen erfüllt, sodass ich meinen ersten Super-G-Sieg erringen konnte. Das war’s.

Fühlen Sie, dass Ihre Karriere in die Falle technischer Disziplinen geraten ist, oder war es eine strategische Entscheidung, sich auf Slaloms zu spezialisieren, um die Gesamtwertung zu dominieren?

Mir ist es nie eingefallen, die Sache so zu betrachten. Es gibt gar keine Falle. Die Entscheidung, ein technischer Profi zu werden und meine Zeit darin zu investieren, diese Fertigkeiten weiterzuentwickeln, war eine natürliche, zu der es kam, als ich noch ein Kind war. Zudem bin ich, wie Sie sehen, weder groß noch wiege ich viel, was für eine Abfahrtskarriere von Vorteil wäre.

Alpiner Skilauf ist wohl der Wintersport, der medial am meisten Aufmerksamkeit erfährt. Aber es gibt eher selten Unruhe. Haben Sie nach Ted Ligetys Verschwörungstheorie, dass zwischen Ihrer Verletzung und der Absage des ersten Events ein Zusammenhang bestünde, gespürt, dass es dafür tiefergehende Gründe aus den vergangenen Saisons geben könnte?

Nein, glaube ich nicht. Für uns professionelle Athleten zählen jeder Wettbewerb und jeder Punkt und natürlich wollen wir an jedem Wettbewerb teilnehmen und aus diesem Grund setzen wir uns selbst unter Druck. So glaube ich, dass wir alle irgendwelche Verschwörungstheorien parat haben. Was denken Sie? Dass ich am Träumen war, als mich eine Drohne auf der Piste fast getroffen hat?

Marcel Hirscher: "Ich muss nichts beweisen"

Wenn wir bei der Medienaufmerksamkeit bleiben: Alpiner Skilauf ist ein sehr populärer Sport in Österreich, wenn nicht gar der populärste. Haben Sie den Eindruck, dass jeder Ihrer Schritte und jede Ihrer Bewegungen kritisiert wird?

Nicht jeder Schritt, aber vielleicht zu viele. Ich denke, das ist der Preis, den man zahlt, wenn man eine Person des öffentlichen Lebens ist. Und die Liste der Vorteile der Berühmtheit ist definitiv länger als die der Nachteile. Ich bin sehr froh, dass wir in Österreich keine Paparazzi und größtenteils respektvolle Fans haben. Und was Kritik betrifft: Ich habe mit ihr umzugehen gelernt.

Die meisten Comebacks in Ligety kamen aus dem ÖSV und den Trainern usw. Die österreichische Mannschaft sieht von außen undurchschaubar aus. Ist das einer der Gründe für den Erfolg beim Wintersport?

Vielleicht. Ich denke, dass auch die Fan-Community dafür verantwortlich ist. Österreicher sind besessen vom Ski, egal, ob sie selbst Ski laufen oder es im Fernsehen verfolgen. Ich denke, all das ergab sich aus der Geschichte. Wir hatten schon immer gute Voraussetzungen, was den Schnee angeht, und die Möglichkeit, diesen Sport zu betreiben, die richtige Unterstützung und so weiter und so fort.

Meistens macht es Athleten nervös, vor der Weltmeisterschaft oder den Olympischen Spielen neues Material auszuprobieren. Sie sagten, dass es noch kleinere Probleme gebe mit Ihrem Knöchel und daher auch, mit noch ungewohnten Materialien zu trainieren. Wie weit würden Sie für einen Olympiasieg gehen?

Ich muss nichts beweisen und würde für eine Medaille niemals meine Gesundheit riskieren. Ich bin ein Skirennläufer und will natürlich in PyeongChang meine beste Leistung zeigen. Aber es gibt noch einen weiten Weg bis dahin und eine Menge Aufgaben zu bewältigen, also werde ich hart arbeiten und mich in Geduld üben.

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Olympia 2018: Das Socrates Special

Die 16. Ausgabe ist ab sofort im Handel! Wenige Tage vor dem Start der Winterspiele bringen wir ein Olympia Special. Im Fokus: Laura Dahlmeier, Viktoria Rebensburg, Adam Malysz, Marcel Hirscher, Felix Neureuther, u.v.m.

Die Themen dieser Ausgabe

Biathlon | Laura Dahlmeier: Bereit, viel zu opfern. Aber nicht alles.

Laura Dahlmeier ist das Aushängeschild des deutschen Biathlonsports. Ihre Akribie und Beharrlichkeit können für Wegbegleiter anstrengend sein. Für ihren Erfolg sind sie aber unabdingbar. Ein Porträt.

adam

Skisprung | Adam Małysz: „Nun haben wir alles“

Am Anfang war nur Adam Małysz. Mittlerweile hat Polen im Skisprung eine Mannschaft, die sogar Titel holt. Der Weg war aber kein einfacher, wie Małysz SOCRATES erzählt.

Ski Alpin | Viktoria Rebensburg: „In mir brennt noch das Feuer“

Vor acht Jahren fuhr Viktoria Rebensburg zu Olympia-Gold im Riesenslalom. Sie will immer noch die schnellste sein. Deutschlands beste Skifahrerin über wichtige Analysen, die Heimat und Wärmekabinen.

Die weiteren Wintersport-Themen

Erst die Winterspiele, dann die Fussball-WM. Das Sportjahr 2018 hat viel zu bieten – vor allem viel Schatten. Das IOC steht dabei im Fokus.

„Ich habe die Verletzung gebraucht“ – Marcel Hirscher erzählt SOCRATES, warum ihn seine große Verletzung nicht zurückgeworfen, sondern nur noch stärker gemacht hat.

Rosi Mittermaier und Christian Neureuther wollten nie eine Inspiration für ihren Sohn sein. Stolz sind sie aber. Ein Elterngespräch über die Liebe zum Schnee und über einen weinenden und schreienden Felix Neureuther.

Lake Placid, 1980. Mitten im kalten Krieg erschufen 20 College-Eishockey-Bos gegen die als unschlagbar geltende Sowjetunion einen der größten olympischen Momente. Das Miracle on Ice. Die wunderbare Story, erzählt von Christian Bernhard.

Dazu Interviews mit Willi Lemke, Michael Rösch, Anna Seidel und Co.

Fußball, Basketball und Co.

"Ich werde Heynckes nicht loben"

Vor den Champions-League-Spielen gegen den FC Bayern: Besiktas-Trainer Senol Günes erzählt im exklusiven Interview, warum sich die Türkei bei Deutschland bedanken muss und wie die CL-Spiele die politische Lage entspannen könnten.

Gaël Monfils im Interview

Gaël Monfils ist viel mehr als ein Showman. Der französische Tennisprofi gibt einen tiefen Einblick in sein Seelenleben und spricht offen über seine Probleme außerhalb des Courts.

Das Einhorn und der Fresh Prince

Die New York Knicks überraschen diese Saiason mit einer guten Mischung aus modernem Angriff und ruppiger Verteidigung. Zwei junge Europäer verändern die Identität der Franchise. Ein Socrates-Besuch bei Kristaps Porzingis und Frank Ntilikina.

Dies und vieles mehr…

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