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Javi Martinez Kolumne #2: Einfach Javi sein

Javi Martínez besitzt ein Haus in den Pyrenäen. Die Gipfel in 3.000 Meter Höhe sind für ihn der perfekte Rückzugsort. Und zugleich der Platz, an dem der Bayern-Star wirklich er selbst sein kann.In seiner zweiten Kolumne schreibt er in SOCRATES, wo er wirklich er selbst sein kann.

Wie oft könnt ihr das? Einfach ihr selbst sein? Ohne im Beruf oder im Bekanntenkreis gewissen Erwartungen entsprechen zu müssen? Ich bin ganz ehrlich: Ich kann es nicht immer. Aber jetzt, in diesem Moment, in dem ich diese Kolumne verfasse, bin ich es. Ich schätze es, meinen Gedanken freien Lauf lassen zu können. Sie in Worte zu fassen. Ohne mich dafür rechtfertigen zu müssen.

Ich liebe es, Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden zu verbringen. Mit ihnen gute Gespräche zu führen, mich mit ihnen über ihre Woche, ihre Ansichten und Erlebnisse auszutauschen. Zeit füreinander zu haben, ist mir wichtig.

Dieser Artikel erschien in Ausgabe #30: Jetzt nachbestellen

„Als Javi bewege ich mich anders“

Vielleicht klingt das außergewöhnlich für einen Fußballer: Aber mir gefällt es auch sehr, mit meiner Familie Brettspiele zu spielen. Wenn nun einige von euch sagen, ich sei ein einfacher Typ, kann ich dem nur zustimmen. Ich würde jedoch ergänzen, dass ich zudem ein sehr neugieriger Mensch bin, für den es großen Wert hat, fremde Länder zu bereisen und bisher unbekannte Speisen zu probieren. Ich möchte die Welt sehen und schmecken.

Durch den Fußball habe ich das Glück, schon in vielen Ecken unserer Erde gewesen zu sein. Aber eben zumeist in meiner Rolle als Profispieler Javi Martínez. Und nicht als Javi. Als Javi bewege ich mich anders. Als Javi brauche ich den Himmel mehr als ein Hotel. An einem freien Wochenende zieht es mich in die Berge.

Die Berge nehmen dich wortlos auf

Ich besitze ein Haus, das in den Pyrenäen liegt, genauer gesagt in Formigal auf rund 1.500 Meter Höhe. Es ist für mich der schönste Fleck in Spanien – mit einem atemberaubenden Blick über die Gebirgskette, die zwischen Frankreich und Spanien verläuft.

Die Berge haben etwas Spezielles. Wenn du dich hineinbegibst, werden sie zu deinem Partner. Sie nehmen dich wortlos auf und an. Deswegen liebe ich es auch, gelegentlich alleine zu wandern. Ich bin dann ganz für mich teilweise sieben Stunden am Berg unterwegs.

Wenn ich mich umschaue, sehe ich die grünen Bäume, das graue Felsmassiv und den blauen Himmel. Ich fühle mich geliebt in dieser Umgebung. Es gibt Sommertage, an denen ich bis an die Bergspitzen in knapp 3.000 Metern Höhe hinaufsteige und dort oben in einem Schlafsack übernachte. In meinem Rucksack habe ich dann ein Buch, etwas zu essen und zu trinken dabei.

Mehr benötige ich nicht.

Bei minus acht Grad auf dem Gipfel

Manchmal möchte ich abstreifen, dass ich ein erfolgreicher Fußballer beim FC Bayern bin. Dass ich viele Fans habe. Dass auf meinen Schultern viel Verantwortung liegt. In diesen Momenten möchte ich einfach nur relaxen, den Kopf ausschalten und alles um mich herum vergessen.

Das ist eine wichtige Regeneration für mich. Einmal erklomm ich sogar im Winter mit Freunden, die erfahrene Bergsteiger sind, die Gipfel in den Pyrenäen. Oben zeigte das Thermometer minus acht Grad. Wir bauten uns für die Nacht ein Iglu. Und als wir dann morgens aufwachten, war es wie in einem Traum: Beim Sonnenaufgang verwandelte sich der Schnee in ein weißes, glitzerndes, leuchtendes Meer.

Ich habe so etwas Schönes noch nie gesehen.

Die Handykameras reichen nicht aus

Es war eine der besten Erfahrungen meines Lebens. Amazing. Zum Glück war ein professioneller Fotograf damals ebenfalls in den Bergen unterwegs. Er konnte mit seiner Kamera die einzigartigen Bilder festhalten.

Unsere Handykameras hätten dafür bei weitem nicht ausgereicht. Es war ein Ansporn für mich, der Fotografie mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Mittlerweile habe ich meine eigene hochwertige Kamera. Zweifelsohne: Die Fotografie hat mich gepackt, auch wenn ich auf diesem Gebiet noch ein Anfänger bin.

Nach der Karriere…

Und leider ist das Material sehr schwer, so dass ich es auf die langen und anstrengenden Bergtouren nicht mitnehmen kann. Aus diesem Grund überlege ich, in einem der nächsten Winter mal mit einem Schneemobil Richtung Gipfel zu fahren, um die Ausrüstung mit in die Höhe nehmen zu können und ähnliche Bilder anzufertigen.

Ja, das bin ich. Jemand, der einfach seinen Interessen und seinem Herzen folgt. Ohne dabei beobachtet oder bewertet zu werden. Das geht aus bekannten und benannten Gründen aktuell (zu) selten. Aber die Zeit wird kommen, dass ich viel mehr Javi sein werde, als ich es jetzt sein kann.

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Kingsley Coman exklusiv: Vom Außenseiter zum König

Lindsay Vonn, Boris Becker und Kingsley Coman zieren das Cover der 30. Ausgabe von SOCRATES. Bayern Münchens Offensivspieler hatte es nicht immer leicht, aber in dieser Saison hat sich der Franzose durchgesetzt. Auch dank Uli Hoeneß, wie er im Exklusiv-Interview verrät.

Kingsley Coman: Der Durchstarter

Der Tegernsee – unweit von München – ist ein wunderbarer Urlaubsort – un das zu allen Jahreszeiten. Ein bisschen Abschalten, das tolle Wetter und die Aussicht genießen. Oder bei Uli Hoeneß vorbeischauen und leckere Kekse essen. Der Präsident des FC Bayern München lud neulich Kingsley Coman ein, um das klubeigene Juwel kennenzulernen. „Nach diesem Gespräch habe ich noch besser verstanden, warum viele Leute sagen, dass der FC Bayern eine Familie sei“, sagt Kingsley Coman im Exklusiv-Interview bei SOCRATES.

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München hat den 22 Jahre jungen Franzosen verändert – zum Positiven. In den vier Jahren beim FC Bayern hat sich Coman sportlich und persönlich entwickelt und freut sich, dass er noch lange beim FC Bayern bleiben darf. Im Interview erzählt Coman auch, warum er nun mehr Fußball guckt als früher – und wie die Freundschaft zu Joshua Kimmich entstanden ist.

Was gibt es sonst in Ausgabe #30?

Lindsay Vonn und Boris Becker

Nach fast zwei Jahrzehnten im Ski-Zirkus hat Lindsey Vonn ihre einzigartige Karriere beendet. Bevor sich die bekennende Chaos-Liebhaberin kopfüber in den Unruhestand stürzt, fand sie Zeit für ein bemerkenswert offenes Gespräch. Und: Wenn man die Gelegenheit hat, mit Boris Becker zu sprechen, muss man sie nutzen und viele, viele Fragen stellen, denn der inzwischen 51 Jährige scheut keine klaren Worte. Ein Gespräch über alte und neue Zeiten, große Helden und die Krux mit den Millennials.

Außerdem in dieser Ausgabe

  • Exklusiv-Interview mit Juventus-Star Emre Can
  • Exklusiv-Interview mit Bayerns Nachwuchschef Jochen Sauer
  • Exklusiv: Die Kolumne von Javi Martinez
  • Exklusiv-Interview: Amelie Mauresmo
  • Exklusiv-Interview: Yannic Seidenberg
  • Das Special zum Formel-1-Start
  • u.v.m.

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