Archiv für die Kategorie: Fußball

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Ada Hegerberg: „Ich bin keine Frau, die Fußball spielt“

Ada Hegerberg ist erst 23 und aktuell die beste Fußballerin der Welt. Was sie zum Thema Gleichberechtigung, zum Sexismus-Eklat von Paris und ihrem Rücktritt aus der Nationalmannschaft zu sagen hat, verrät sie im Exklusiv-Interview.

Ada Hegerberg, im vergangenen Dezember gewannen Sie den erstmals an eine Frau vergebenen Ballon d’Or als weltbeste Spielerin. Wie haben Sie diese Auszeichnung aufgenommen?

Ich war unglaublich stolz. Ich bin eigentlich vorsichtig mit dem Wort Stolz, aber es passt einfach zu dieser besonderen Ehrung. Mit Olympique Lyon gewannen wir im Mai erneut die Champions League, was sicherlich zu meiner Wahl beigetragen hat. Es hätte aber auch genauso gut eine Kollegin von OL werden können. Ich verstehe den Ballon d’Or auch als Lohn für die Arbeit der vergangenen Jahre. Als Kind habe ich immer davon geträumt, Titel zu gewinnen, aber das hat mich schon sprachlos gemacht … natürlich im positiven Sinne. (lacht)

Und was bedeutet es Ihnen, dass Sie die erste Frau sind, die diese Ehrung erfährt?

Das ist eine historische Sache, die für den gesamten Frauenfußball einen großen Schritt nach vorn bedeutet. Jedes Mädchen, das selbst Fußball spielt und die Zeremonie in Paris verfolgt hat, ist mit Sicherheit davon beeinflusst worden. Bei mir wäre es jedenfalls so gewesen, als ich 16, 17, 18 war. Dass ich nun die erste Frau bin, erfüllt mich mit Glück und Stolz, und mir ist auch klar, dass ich eine noch etwas größere Verantwortung trage, unsere Sportart bekannter zu machen.

In Norwegen haben Sie bestimmt schon Legendenstatus.

Ja, das kann man inzwischen wirklich so sagen. Es berührt mich, weil in meinem Heimatland ja eher der Wintersport populär ist. Irgendwie ist es merkwürdig, dass eine Norwegerin den Ballon d’Or gewinnt. (lacht) Aber vielleicht ist es auch eine tolle Werbung für den Fußballsport in meinem Land.

Wie haben Sie davon erfahren, dass Sie die Siegerin sind?

Ich kam gerade von einer Trainingseinheit in Lyon zurück in die Kabine, als mich der Pressesprecher ansprach und fragte, ob ich ein Geheimnis für mich behalten könnte. „Du könntest mir ruhig etwas mehr vertrauen“, habe ich im Spaß zu ihm gesagt. Und dann hat er mir die Neuigkeit verraten. Wir waren beide gerührt, und ich hatte Tränen in den Augen.

Hat der Preis etwas in Ihrem Leben verändert?

Wenn schon die New York Times extra für mich nach Lyon kommt, um mich zu interviewen, dann bin ich auf der einen Seite irgendwie stolz und auf der anderen auch leicht überfordert. Ich habe sogar Anfragen aus Indien und Island bekommen. Die ganze Welt hat sich plötzlich für mich interessiert.

Bestand die Gefahr, dass Sie abheben?

Nein, für mich ist es gar kein Problem, die Gleiche zu bleiben. Es ist eine unglaublich tolle Gelegenheit, um mehr über den Frauenfußball zu berichten und die will ich nutzen.

Wollen Sie diesen persönlichen Erfolg wiederholen?

Selbstverständlich. Ich bin sehr ehrgeizig. Nun genieße ich in vollen Zügen diese erste individuelle Auszeichnung. Ich lebe gern in der Gegenwart, aber ich weiß auch: Wenn ich weiter hart an mir arbeite, werde ich gute Chancen haben, solche Erlebnisse zu wiederholen.

Es wird womöglich schwieriger für Sie, weil Sie ja vor einigen Monaten aus der Nationalmannschaft zurückgetreten sind. Folglich wird man Sie bei der WM im Sommer in Frankreich nicht zu Gesicht bekommen. Warum haben Sie das gemacht?

Weil ich der Meinung bin, dass man mutige Entscheidungen wie diese fällen muss, wenn man dauerhaft gute Leistungen auf dem höchsten Niveau bringen will. Ich habe lange darüber nachgedacht und die Entscheidung noch keine Sekunde bereut. Man sollte seiner eigenen Linie treu sein, was ich in diesem Fall tue.

Bei der Preisverleihung sorgte der französische DJ Martin Solveig für einen Eklat, als er Sie nach Ihren Twerking- Fähigkeiten fragte. Solveig zog damit einen gewaltigen Shitstorm auf sich. Wie ging es Ihnen damit?

Im ersten Moment habe ich das gar nicht so mitbekommen. Ich hatte den Ballon d’Or im Arm und war irgendwo anders, wahrscheinlich auf Wolke sieben. Wir haben später sogar miteinander getanzt und ich habe es ihm nicht übelgenommen. Natürlich hätte ich mir eine Frage zum Fußball gewünscht, das wäre angemessener gewesen.

Sie legen viel Wert darauf, dass man es mit der Geschlechterdifferenzierung nicht übertreibt. Warum?

Weil ich aus einer Familie komme, in der es völlig selbstverständlich ist, dass Frauen und Männer gleich sind. In Norwegen ist man bei dieser Thematik sehr weit. Ich habe mich noch nie als eine Frau gesehen, die Fußball spielt, sondern als Fußballer. Es ist aber noch ein weiter Weg, bis man wirklich von Gleichberechtigung sprechen kann. Aber reden sollte man jeden Tag darüber, denn das Thema ist wichtig.

Mit ein bisschen Abstand: Wie war das Jahr 2018 für Sie?

Einfach unglaublich, traumhaft schön. Der Höhepunkt war sicher der dritte Champions- League-Titel mit Lyon in Folge. Ich stecke mir immer hohe Ziele und wollte um die 50 Tore erzielen, was mir auch gelungen ist. Mein Spiel hat sich in den vergangenen Monaten prächtig entwickelt.

Was können Sie noch besser machen?

Es geht um Details, um ein paar Prozent. Die Effizienz vor dem gegnerischen Tor könnte noch besser sein, auch die Abstimmung mit meinen Mitspielerinnen.

Sie sind mit 50.000 Euro Gehalt im Monat sehr gut bezahlt und bekommen fast so viel wie viele Männer in der Ligue 1. Damit sind Sie aber die Ausnahme.

Ich habe sehr wohl ein Verständnis dafür, dass der Unterschied zwischen Mann und Frau in der Bezahlung relativ groß ist und auch bleiben wird. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind eben völlig andere. Ich sehe aber auch, dass der Unterschied etwas kleiner geworden ist. Mir ist wichtig, dass Mädchen die gleichen Chancen bekommen wie die Jungs, aber davon sind wir leider noch weit entfernt.

Ihr Mann Thomas Rogne ist ebenfalls Profi. Er spielt bei Lech Posen in Polen und in der norwegischen Nationalmannschaft. Wären Sie bereit oder bereit gewesen, Ihre Karriere für ihn zu opfern?

Nein, das denke ich nicht. Unsere Beziehung funktioniert auch deshalb, weil wir beide unsere Berufe zu 100 Prozent respektieren. Für uns beide kommt solch eine Art der Aufopferung nicht infrage. Wir führen eine Fernbeziehung, was nicht immer einfach ist, aber wir unterstützen uns gegenseitig.

Welches Klischee über den Frauenfußball finden Sie eigentlich am schlimmsten?

Das werde ich Ihnen hier nicht sagen, weil es sonst die Kritiker für Ihre Zwecke verwenden würden. Es wird immer Idioten geben, aber ich beschäftige mich lieber mit den Leuten, die uns gern zuschauen.

Wer war Ihr Idol?

Früher gab es wenige Spiele der Frauen im Fernsehen, allenfalls die WM, deshalb habe ich öfter bei den Männern zugeschaut. Und wenn ich Thierry Henry am Ball sah, mit seiner Eleganz, seiner Geschwindigkeit und dieser Effizienz vor dem Tor, war ich immer hellauf begeistert. Heutzutage haben die jungen Mädels deutlich mehr Gelegenheiten, Frauenfußball im Fernsehen zu verfolgen.

Stimmt die Geschichte, dass Sie durch den Film Kick It Like Beckham Lust auf Fußball bekommen haben? Das erzählt jedenfalls Ihre Schwester Andrine, die bei PSG spielt.

Ich kenne einige Mädels, die nach diesem Film mit dem Fußball begonnen haben und verrückt nach Fußball wurden. Ich gehöre auch dazu. Zwar steckte der Film voller Klischees, doch sorgte er dafür, dass der Frauenfußball einen Boom erlebte. Andrine und ich haben ihn bestimmt 100 Mal gesehen.

Ihre Wahlheimat Frankreich ist Schauplatz der nächsten WM. Wie wichtig ist dieses Turnier?

Es ist eine weitere Chance und die gilt es zu nutzen. Ich hoffe sehr, dass die durch den Erfolg der Männer entstandene Fußball-Euphorie für volle Stadien in Frankreich sorgen wird.

24 Nationen nehmen an der WM teil. Nur neun davon haben eine Frau als Trainer. Ist das zu wenig?

 Das sehe ich nicht so, weil in meinen Augen die Kompetenz wichtiger sein sollte als das Geschlecht. Ich finde auch, dass die Männer bessere Führungsqualitäten haben. Viele Frauen müssen noch mehr Gas geben, um höhere Ziele zu erreichen.

Interview: Alexis Menuge

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N’Golo Kante: „Ich hatte beim Rugby keine Angst“

Er wollte Forscher werden, jobbte als Buchhalter, heute ist N’Golo Kante einer der besten Mittelfeldspieler der Welt. Dabei hatte es der Superstar des FC Chelsea nie einfach. Ein ehrliches Interview mit einer ehrlichen Haut.

Herr Kanté, Sie gelten als einer der weltweit besten und laufstärksten „Box-to-Box-Spieler“. Aber hatten Sie auch Vorbilder und Spieler, von denen Sie sich etwas abgeschaut haben?

Ja, ich habe mich stets von anderen Spielern inspirieren lassen. Heute bei Chelsea gibt es viele Spieler, von denen man sich einiges abschauen kann. Cesc Fàbregas ist ein gutes Beispiel. Mich fasziniert, wie er ein Spiel lesen kann, aber auch seine hohe Spielintelligenz und wie er es immer wieder schafft, den tödlichen Pass zu spielen, auch wenn er vom Gegner unter Druck gesetzt wird. Auch bei Nemanja Matić, der mittlerweile bei Manchester United kickt, habe ich Einsatzwillen und Robustheit in den Zweikämpfen bewundert.

Als Kind?

Damals habe ich mir viele Videos von Ronaldinho, dem brasilianischen Ronaldo und Diego Maradona angeschaut. Keine Spieler also, die auf meiner Position gespielt haben (lacht). Ich habe aber auch ein paar Videos von Jean Tigana gesehen sowie von Claude Makélélé, der mir immer das Gefühl gab, dass er sich in einem Spiel nie ausruht. Man kann sich übrigens auch von anderen Sportarten etwas abgucken: Im Tennis ist Roger Federer ein Phänomen. Er hat eine unglaubliche Leichtigkeit in seinem Spiel und egal wie wichtig das Spiel ist, er bleibt immer cool.

Sind Sie wegen den Videos, die Sie gesehen haben, Fußballer geworden?

Ursprünglich wollte ich nicht unbedingt Fußballer werden, sondern eher Forscher. Mich hat besonders Erdkunde interessiert. Ich wollte entdecken, wie man in Asien lebt, in Afrika und in Südamerika, vor allem wie die Leute miteinander umgehen, wie die Mentalität dort ist. Doch in der Schule war ich nicht besonders motiviert, weil ich ständig an Fußball dachte. Es war wie eine Sucht. Eine Zeit lang habe ich auch als Buchhalter gejobbt, bis mir klar war, dass ich es eher im Fußball versuchen sollte.

Gab es andere Sportarten? Sie waren und sind ja sehr athletisch…

In der Schule habe ich auch viel Basketball und Rugby gespielt. Ich habe sogar in beiden Sportarten an diversen Turnieren teilgenommen. Beim Rugby hatte ich gar keine Angst, in die Tacklings zu gehen. Ich bin auch viel gelaufen und wenn es zur Sache ging, dann habe ich mich nicht versteckt, was dazu geführt hat, dass der Rugby-Klub mich unter Vertrag nehmen wollte. Aber ich spielte schon lang genug Fußball mit meinen Freunden und Fußball war einfach meine Lieblingssportart. Ihn aufzugeben war kein Thema. Dann habe ich in der Jugend von Suresnes (Vorort von Paris, Anm. d. Red.) – meinem Heimatort – gespielt, bevor ich in die Reserve von Boulogne wechselte.

Die spielte immer noch ziemlich unterklassig.

Ja, das war im Jahr 2010 und das war die schwerste Zeit überhaupt. Ich musste mich behaupten. Das Spiel ging schnell von einem Tor zum anderen, man musste viel antizipieren, vieles spielte sich im Zentrum ab und es ging darum, mit maximal zwei Ballkontakten zu spielen. Für mich war es ein anderer Fußball, als der, den ich bisher kannte. Damals war ich im Internat: morgens in der Schule und am Nachmittag gab es Fußball. Dort habe ich mich auch mit einer neuen Arbeitsmethode zurechtfinden müssen, die ich bis dahin nicht kannte.

Wie groß war die Umstellung?

Als ich dann das erste Mal den Boulogne-Trainer über Taktik reden hörte, dachte ich mir: Das wird ja nicht so einfach. Für mich war das ein anderer Fußball. Als ich dort ankam, war ich verletzt und als ich verfolgte, was meine Mitspieler durchmachen mussten, dachte ich, das würde ich wohl nicht so leicht hinkriegen und ich würde sicherlich Zeit brauchen. Das war die größte Hürde auf dem Weg zur europäischen Spitze. Ich habe aus dieser schweren Erfahrung unheimlich viel gelernt. Dort konnte ich mich insofern bestens entwickeln. Von dieser Zeit profitiere ich bis heute noch.

Sie mussten einige Enttäuschungen verkraften bis dahin.

Noch als ich in Suresnes war, habe ich mit älteren Spielern zu tun gehabt, weil man mich für zu gut für die Spieler meines Alters gehalten hatte. Es gab viele Scouts, die unsere Spiele angeschaut haben. Dann gab es Kontakte, um in den Jugendzentren von Sochaux, Rennes, Lorient, Amiens und Clairefontaine getestet zu werden. Aber ich bin bei jedem Verein gescheitert und ich bekam von keinem Klub einen Vertrag. Es war zwar eine bittere Erfahrung, aber mir wurde auch bewusst, dass ich noch mehr arbeiten muss und dass es auch viele Spieler meines Alters gibt, die einfach besser sind. Dann hat mich Boulogne-sur-Mer unter Vertrag genommen.

In der dritten Liga wurden Sie rasch Stammspieler.

Im Grunde genommen kann man von einer unglaublichen Geschichte sprechen. Ich habe so viele Hindernisse überwältigen müssen, dass ich mittlerweile an einem Punkt angelangt bin, wo ich jeden Augenblick genieße. Man darf nie vergessen, wo man herkommt. Das ist die Basis. Auf meinem Weg zum Profi habe ich auch mit Sicherheit viel Glück gehabt, dadurch, dass ich wichtige und vertrauensvolle Leute kennengelernt habe, die mir sehr hilfreich waren und ich zum richtigen Moment entdeckt wurde. Ich habe aber auch viel arbeiten und mich aufopfern müssen, sprich früh von der Familie getrennt zu sein, was alles andere als einfach war.

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Ist das eine Charakterfrage?

Mich konnte so gut wie nichts umwerfen und es kommt sicher auf den Charakter an, der bei mir sehr stark ist. Ich komme ja aus Suresnes und als ich dort gespielt habe, wollte ich ganz weit kommen. Ich wusste, dass das nötige Potenzial vorhanden war. Aber so weit zu kommen, also bei Chelsea Stammspieler zu sein sowie in der französischen Nationalmannschaft eine tragende Rolle zu spielen, hätte ich mir niemals erträumen lassen.

Geschweige denn eine Meisterschaft mit Leicester City.

Oh, ja. Ich denke gerne an meine Zeit bei den Foxes zurück. Das war ein großartiges Abenteuer, gekrönt mit der sensationellen Meisterschaft, die keiner erwartet hatte. Ursprünglich wollten wir einfach so früh wie möglich den Klassenerhalt sichern. Allein diese Meister-Saison bei Leicester wird für immer ein besonderer Teil meiner Laufbahn bleiben. In den ersten Tagen hatte ich dort gewisse Schwierigkeiten, weil es meine erste Auslandserfahrung war und weil ich damals noch kaum Englisch sprechen konnte. Es war komplettes Neuland.

Wer hat Ihnen dort geholfen?

Da war mir Claudio Ranieri, der ja Französisch aus seiner Trainer-Zeit bei der AS Monaco beherrschte, eine große Hilfe. Er hat an mich geglaubt und er stand mir immer zur Seite. Auch auf dem Rasen war es eine riesen Umstellung: In der Premier League wird schnell gespielt, es geht in jedem Zweikampf rustikal zu und jedes Wochenende trifft man auf absolute Weltstars. Wir waren der krasse Außenseiter, und am Ende haben wir es geschafft, Meister zu werden. Das war mein allererster Titel bei den Profis. Es war so was von unerwartet. Auf der menschlichen und professionellen Ebene habe ich in Leicester viele interessante Leute kennengelernt. Von Caen nach Leicester zu wechseln, war im Nachhinein ein Glücksgriff, weil ich auch mit dieser Entscheidung ein großes Risiko einging und es hätte auch locker in die andere Richtung gehen können.

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Dass das nicht der Fall gewesen ist, hängt mit Ihrer aggressiven Spielweise zusammen, die auf der Insel sehr gut ankommt.

Meine Hauptaufgabe vor der Abwehr besteht nun mal darin, Bälle zurückzuerobern, Zweikämpfe zu gewinnen und für die Balance zwischen der Defensive und der Offensive in meiner Mannschaft zu sorgen. Ich liebe es, permanent zu laufen. Meine große Stärke liegt ja im Laufbereich. In jedem Spiel absolviere ich ein großes Laufpensum. Dafür muss mein Fitness-Zustand absolut top sein. Ich habe ein Motto.

Verraten Sie es uns?

Das ist einfach: Im Spiel immer alles geben, egal, wer der Gegner ist und völlig egal, ob es sich um die Champions League oder um ein Freundschaftsspiel handelt, weil ich das Glück habe, Fußball-Profi zu sein. Das ist zweifelsohne ein Privileg und das sollte man nie aus den Augen verlieren. Mehr Tore und Assists dürften es aber demnächst mal sein. Da kann ich noch deutlich ein paar Schippen drauflegen und gefährlicher im gegnerischen Strafraum werden. In den letzten dreißig Metern muss ich mich noch mehr einbringen, wenn es das Spiel erlaubt, auch wenn es nicht meine oberste Priorität ist. Ich hoffe, dass ich meine Statistiken in naher Zukunft ein bisschen verbessern kann.

Inwieweit helfen Ihnen Ihre Trainer dabei?

Mit Didier Deschamps als Nationaltrainer und Antonio Conte als Vereinstrainer habe ich zwei Coaches, die in Ihrer Spielerkarriere auf genau meiner Position gespielt haben. Ich profitierte von beiden unheimlich viel. Es handelt sich um zwei absolute Spitzen-Trainer. Sie haben unglaublich viel Erfahrung sammeln können, erst in ihrer Spieler-Karriere und anschließend als Trainer. Beide standen zum Beispiel bei Juventus Turin sowohl als Spieler als auch als Trainer unter Vertrag. Wenn sie vor der Mannschaft oder unter vier Augen sprechen, dann muss man alles aufsaugen. Mit solchen Hochkarätern als Trainer entwickelt man sich als Spieler automatisch weiter. Auch mit Claudio Ranieri bei Leicester habe ich viel Erfahrung sammeln können. Er wusste mit den Spielern umzugehen. Er war gleichzeitig eine Art Papa, Trainer und Kumpel. Er war der Garant unseres Erfolgs, weil er mit uns perfekt umzugehen wusste. Seine Bürotür war für uns jederzeit offen.

Zum Abschluss: Was bedeuten Ihnen persönliche Auszeichnungen? Sie wurden Premier-League-Spieler des Jahres 2017…

Individuell betrachtet, habe ich in meiner Karriere keine besonderen Ziele, weil für mich eher die Titel mit der Mannschaft zählen, auch wenn mich die Auszeichnung zum besten Spieler der Premier League geehrt hat. Die ganze Zeremonie bleibt auch eine besondere Erinnerung. Das war echt berührend.

Interview: Alexis Menuge

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Javi Martinez Kolumne #1: Dem Himmel entgegen

Bayern-Star Javi Martínez gewährt in seiner Kolumne einen Einblick in seine Zeit als Kind und Jugendlicher. So leicht es war, auf dem Fahrrad das Glück zu erfahren, so schwer fiel der Verzicht auf Partys. Aber der Spanier ordnete alles seinem Traum unter.

Von Javi Martínez

Die Kolumne erschien in Ausgabe #29

Die Kolumne erschien in Ausgabe #29

Ich möchte euch auf eine Reise mitnehmen. Auf eine Reise in meine Kindheit. Wenn wir dort ankommen, schreiben wir das Jahr 1998. Als Zehnjähriger schaue ich zum Gipfel des 1.046 Meter hohen Berges Montejurra empor. Von dort oben hat man einen wunderbaren Blick über den Norden Spaniens.

Das weiß ich, weil ich selbst schon am Gipfelkreuz verweilt habe. Mein kleiner Heimatort Ayegui, der direkt am Fuße des Berges liegt, sieht von oben noch viel kleiner aus, als er ohnehin ist. Rund 1.000 Menschen leben hier. Ich lebe hier. Es ist einer dieser typischen Sommertage in den Ferien. Die Sonne scheint auf die Felder und lässt die Luft über dem Asphalt flimmern.

Als aus 100 Pesetas 200 wurden

Ich schnappe mir mein Rad und fahre los, ohne ein Ziel zu haben. Oder vielleicht habe ich es doch: einfach über die Hügel dem Himmel entgegen. Es ist dieses Gefühl von Freiheit, das mich glücklich sein lässt. In diesem Moment kann ich mir kein schöneres Leben vorstellen. Ich hoffe, ihr habt ähnlich schöne Erinnerungen an eure Kindheit. Wahrscheinlich werden wir nie wieder so unbeschwert leben wie damals mit zehn Jahren.

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Jetzt, 20 Jahre später, erinnere ich mich immer noch gut an diese Zeit: Einmal verließ ich das Haus mit 100 Pesetas, die ich von meiner Mutter zugesteckt bekommen hatte. Am Abend kehrte ich mit 200 Pesetas zurück. „Woher hast du das Geld?“, wunderte sich meine Mutter. Ich antwortete lediglich mit einem verschmitzten Lächeln.  Keine Sorge, ich hatte das Geld nicht gestohlen.

Diese Vorahnung

Sagen wir mal so: Ich hatte es mir kreativ verdient. Wenn ich mit meinem Rad unterwegs war, bin ich oft zu meinen Tanten und Onkels gefahren, um sie zu besuchen. Sie haben sich immer sehr gefreut, mich zu sehen und mich gefragt, ob ich etwas brauche. „Nein, nichts. Nur vielleicht ein bisschen Geld für Süßigkeiten“, sagte ich dann. Jetzt könnt ihr erahnen, woher das zusätzliche Geld in meinen Hosentaschen kam.

Doch für Süßigkeiten habe ich es nur in den wenigsten Fällen ausgegeben. Schließlich hatte ich diesen einen großen Traum: Fußballprofi zu werden. Ja, ich habe schon damals ganz fest daran geglaubt, es wirklich schaffen zu können. Vielleicht mag es jugendliche Unbekümmertheit gewesen sein, vielleicht aber auch schon eine Vorahnung.

Der Weg zum Profi ist hart

Rückblickend habe ich oft darüber nachgedacht: In den europäischen Top-Ligen gibt es nur wenige tausend Profifußballer, aber es gibt Millionen von Talenten, die es werden wollen. Es ist verrückt. Die Prozentzahl der Spieler, die es wirklich schaffen, ist so gering. Ich mache mir das immer wieder bewusst: Wir Profifußballer sind privilegiert.

Aber ich denke, dass wir uns für das Erreichte nicht entschuldigen müssen, sondern durchaus stolz darauf sein dürfen. Wichtig ist dabei nur, das Bewusstsein dafür zu haben, dass vielen anderen Menschen die Karriere nicht vergönnt war und ihnen stets mit Respekt zu begegnen. Für viele von euch klingt mein Weg sicherlich wie ein Traum. Ich denke, aus eurer Perspektive heraus würde ich es ähnlich bewerten. Aber lasst euch sagen: Der Weg zum Profi ist hart. Besonders in Teenagerjahren.

Die Freunde gehen mit Mädchen aus und du…

Der Teil, den die meisten Menschen nicht sehen können, ist der schwerste. Es ist der Verzicht auf Dinge, die für andere Leute völlig normal sind. Wenn du 15, 16, 17 bist und deine Freunde anfangen, Party zu machen, musst du zu Hause bleiben. Du bist außen vor, bist derjenige, der nicht dabei ist, weil er ja Fußballer werden will. Du musst morgens ins Training, danach gut essen, dich ausruhen und abends gut schlafen. Dann beginnen deine Freunde, das erste Mal mit Mädchen auszugehen.

Du erfährst von solchen Augenblicken nur aus ihren Erzählungen, du erlebst sie nicht. Du willst ja Fußballer werden. Und sagst dir selbst immer wieder: ‚Du kannst dir das nicht erlauben.‘ Es sind in diesen jungen Jahren einmalige Lebensmomente, die nicht zurückkommen. Aber nur so lässt sich die einmalige Gelegenheit nutzen, das Ziel zu erreichen, worauf du alles ausgerichtet hast. Verzicht, so schwer er auch fällt, kann dich nach vorne bringen.

„Was machst du hier?“

Mit 15 Jahren war mein Beruf bereits Fußballer. Ich spielte in der dritten spanischen Liga in der zweiten Mannschaft von Osasuna. Dort trainierte ich mit Männern, die 23, 24, 25 Jahre alt waren. Ich war 15! Anfangs gab es Tage, an denen ich mich gefragt habe: ‚Was machst du da eigentlich? Ist es das wirklich wert?‘ Im Nachhinein bin ich selbst verwundert, mit welcher Klarheit und Überzeugung ich mir selbst damals antworte: ‚Ja, natürlich ist es das wert! Wenn du ein richtig guter Profifußballer werden willst, hängt es jetzt nur noch von deiner Einstellung ab, Javi.‘

Ich wusste, dass meine körperlichen Voraussetzungen gut waren. Aber die Entscheidung für den Beruf fiel in meinem Kopf. Ich habe es geschafft, den Fokus zu behalten. Meine Konzentration lag darauf, in einer guten Verfassung zu bleiben und alles auszublenden, was nichts mit dem Fußball zu tun hatte. Ja, es ist schwer, aber noch schwerer wäre es gewesen zu versuchen, das Nachtleben mit dem Fußball zu kombinieren. Ich halte es für fast unmöglich.

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Die Lust auf Basketball

Um das noch mal klar zu formulieren – vor allem für Talente, die heute den gleichen Traum haben wie ich damals: Der Kopf ist genauso wichtig wie die Füße. Wenn du es wirklich schaffen willst, musst du 24 Stunden am Tag wie ein Profi leben. Wenn du im Training denkst: Hoffentlich ist es gleich vorbei, ich will noch mit Freunden was essen gehen und Party machen, dann wirst du nicht gut werden. Zumindest nicht gut genug.

Lasst mich noch ein Beispiel geben: Ich liebe es, Sport zu treiben, auch andere Sportarten in meiner Freizeit auszuüben. Nach vielen Trainingseinheiten beim FC Bayern würde ich am liebsten sofort in eine Halle fahren und dort mit Freunden Basketball spielen. Aber ich kann es nicht. Weil all das, was mich zum Profi gemacht hat, auch gilt, um Profi auf höchstem Niveau zu bleiben.

Die Regeneration ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Trainings. Da kann ich nicht einfach noch zwei Stunden Basketball spielen oder mich wie 1998 einfach aufs Rad schwingen und stundenlang ohne Ziel durch die Gegend fahren. So glücklich es mich für den Moment auch machen würde.

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Felix Magath: „Nicht Superman. Profi!“

An Felix Magath kleben viele Vorurteile, doch der 65 Jahre alte Fußballtrainer hält wenig davon. Er liebt seinen Sport und spricht darüber, wie er sich den Fußball vorstellt und wer ihn vom Rasenmähen abhält. In dieser Ausgabe sprechen u.a. auch Mick Schumacher und Eden Hazard.

Felix Magath: Die Sache mit dem Mittelmaß

Felix Magath war noch nie ein Typ, der klaren Worten aus dem Weg geht. Der 65 Jahre alte Fußball-Trainer sagt das, was er für richtig hält – und dies zumeist unmissverständlich. Im Exklusiv-Interview für die 32. Ausgabe von SOCRATES blieb sich Magath treu. Die Bundesliga? „Nur noch Mittelmaß!“ Die Spieler? „Eine katastrophale Saison, aber ein Tor reicht, um Superstar zu werden!“ 

Dabei will Magath gar nicht als Knorrer oder Quälix wahrgenommen werden. An ihm kleben viele Vorurteile, aber eigentlich liebt er den Fußball und will, dass er besonders in Deutschland von Erfolg gekrönt ist. Im Interview spricht Magath auch darüber, ob ihn der DFB anruft und wohin die Reise für ihn gehen könnte.

Was gibt es sonst in dieser Ausgabe?

Mick Schumacher im Exklusiv-Interview

Mick Schumacher hat mehr Druck als jedes andere Motorsport-Talent in Deutschland. Selbstbewusst ist der Sohn von F1-Legende Michael Schumaccher trotzdem, auch wenn er sich selbst in Sachen Formel 1 keinen Druck macht. Wir sprachen mit ihm darüber.

Eden Hazard im Exklusiv-Interview

Der Mann ist in aller Munde. Eden Hazard wird im Sommer wohl den Verein wechseln. Weg von Chelsea, hin zu… Spätestens seit der WM in Russland in der absoluten Weltklasse angekommen. Verändert hat er sich deshalb nicht. Der Belgier erzählt, was ihm wichtiger ist als Tore und Titel.

Schrei der Herzen

Fußball ist alles in Neapel: Ersatz für Religion, Projektionsfläche für Sehnsüchte und Träume. Die anhaltende Erfolglosigkeit des SSC Napoli aber sorgt für Frust und Resignation. Doch Vorsicht: Manchmal reicht ein Nichts – und eine ganze Stadt steht in Flammen.

Yannick Noah im Exklusiv-Interview

Yannick Noah (59) denkt auch heute noch fast täglich an seinen Triumph in Paris 1983. Warum er den gegen die Stars von heute niemals gefeiert hätte, warum er sich über Nadal-Triumphe nicht freuen kann und warum er sich damals einen Psychologen an seiner Seite gewünscht hätte, erzählt er im Interview mit SOCRATES.

Kristina Vogel im Exklusiv-Interview

Kristina Vogel ist zweifache Bahnrad-Olympiasiegerin und elffache Weltmeisterin. Seit einem Trainingsunfall am 26. Juni 2018 ist die 28-Jährige querschnittgelähmt. SOCRATES erzählt sie von ihrem neuen Leben, ihren Plänen und Begegnungen mit dem Schicksal.

Dies und vieles mehr in Socrates #32!
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Frank Baumann: Werders stiller Visionär

Frank Baumann ist Geschäftsführer bei Werder Bremen und ein Macher, der viel Bewegung in den Klub bringt. Nur sprechen mag er nicht so gerne darüber. Für uns macht er in der neuen Ausgabe eine Ausnahme.

Frank Baumann: Visionen und Zurückhaltung

Etwas unglücklich ist Werder Bremen aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Gegen den FC Bayern München kämpften die Werderaner bis zum Ende, verloren aber mit 2:3. Das Pokalfinale wäre das i-Tüpfelchen einer bisher großartigen Saison gewesen. Die Entwicklung Werders von einem Klub, der nach tollen Jahren zuletzt gegen den Abstieg spielte und nun wieder den Europapokal als Ziel erklärt, nicht zufällig.

Dafür sorgte auch Bremens Geschäftsführer Frank Baumann, der sicherlich kein Mann vieler und lauter Worte ist, aber im Hintergrund wichtige Entwicklungsarbeit leistet. Für SOCRATES machte der 43 Jahre alte Baumann eine Ausnahme und spricht in der aktuellen Ausgabe über Entschlossenheit, Mut und eine Zurückhaltung, die zum Vorteil wird.

Was gibt es sonst in dieser Ausgabe?

Exklusiv-Interview mit Katarina Witt

SOCRATES traf Witt am Rande der Laureus Awards in Monte-Carlo. Natürlich ist von der DDR, von Jutta Müller und Carmen die Rede. Doch nicht nur…

Exklusiv-Interview mit Toni Söderholm

Der neue Eishockey-Bundestrainer ist passend zur Sportart cool. Supercool sogar. Toni Söderholm spricht mit SOCRATES über das Erbe der Olympiahelden, wegweisende Maßnahmen – und zwei Dinge, die selbst ihn aus der Reserve locken können.

Franck Ribery & Arjen Robben

Eine Ära beim FC Bayern neigt sich ihrem Ende zu. Arjen Robben und Franck Ribéry prägten ein Jahrzehnt, wurden gefeiert, verflucht – und innig geliebt. Die Zuneigung beruhte immer auf Gegenseitigkeit und ihre Leistungen sind ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Sie werden dem FC Bayern fehlen, aber nicht nur dem.

Exklusiv-Interview mit Dirk Bauermann

Dirk Bauermann ist seit drei Jahrzehnten Trainer und hat alles gesehen, möchte man meinen. Er selbst sieht das ganz anders und schlägt in der Türkei das nächste Kapitel seiner Karriere auf. Mit SOCRATES diskutiert er über die Vielfalt der Kulturen, verletzende Vergleiche und kognitive Verzerrung. Er singt ein Loblied auf Dirk Nowitzki – und einen anderen großen Blonden.

Exklusiv-Interview mit Jean Todt

Jean Todt ist die Institution schlechthin im weltweiten Automobil-Rennsport. SOCRATES sprach mit dem FIA-Präsidenten über sein Erfolgsgeheimnis, unglaubliche Realitäten und – natürlich – Michael Schumacher.

Ronaldos Welt

Ronaldo war einst ein Weltklassestürmer bei den besten Klubs der Welt. Nun ist er ein erfolgreicher Geschäftsmann und neuer Eigentümer von Real Valladolid. Doch warum ausgerechnet Valladolid? SOCRATES war vor Ort, um das herauszufinden.

Dies und vieles mehr in Socrates #31!
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Knut Reinhardt: „Studium schwerer als die Champions League“

Knut Reinhardt hat als Profi von Borussia Dortmund sämtliche Titel geholt. Was danach geschah: Ein Absturz, Tränen und dann ein Studium. Heute ist Reinhardt Lehrer und feiert sein neues Leben. Darüber spricht er im Interview.

Das Interview erschien in der 12. Ausgabe

Das Interview erschien in der 12. Ausgabe

Knut Reinhardt, warum mussten Sie 2000 Ihre Karriere als Fußball-Profi beenden?

Meine Knie waren ein einziges Trümmerfeld, in einem Gelenk hatte ich einen irreparablen Knorpelschaden und als die Reha nach der letzten Operation auch nach einem halben Jahr keine wirklichen Fortschritte brachte, wusste ich: Das war es, du wirst niemals wieder Bundesliga spielen können. Da war ich einunddreißig Jahre alt. Und stand vor dem Nichts.

Sie waren ein junger Mann mit viel Geld auf dem Konto, zweifacher Deutscher Meister und Champions-League- Sieger. Wie kann man da vor dem Nichts stehen?

In kürzester Zeit stellte ich fest, was alles passieren kann, wenn der Körper eines Leistungssportlers nicht mehr funktioniert. Innerhalb von sechs Monaten blieben von Hundert Freunden nur noch eine Handvoll übrig, die Prominenz zieht viele falsche Kumpels an. Meine Beziehung zerbrach. Ich war zu diesem Zeitpunkt Vater von vier Kindern, für zwei Kinder musste ich Alimente zahlen, die anderen beiden wohnten unter meinem Dach. Ich hatte ein großes Haus, zwei Autos, einen gewissen Lebensstandard, den ich zunächst auch nicht bereit war, einzudampfen. Und viel entscheidender: Meine große Leidenschaft, meine Liebe Fußball, war auf einmal Vergangenheit. Der Mensch braucht eine Aufgabe im Leben, einen Beruf oder eine Berufung. Die hatte ich nun nicht mehr. Das einzige Handfeste, was mir aus diesen Jahren geblieben war, war eine Ausbildung zum Bürokaufmann. Aber die Vorstellung, in Zukunft acht Stunden pro Tag im Büro abzureißen und mit den Kollegen Bild gegen Express zu tauschen, machte mich fertig und kam deshalb nicht in Frage.

Wie gingen Sie damit um?

Als ich das alles realisiert hatte, schloss ich mich eine Woche Zuhause ein. Da floss nicht nur eine Träne. Es fühlte sich so an, als ob mir jemand den Boden unter den Füßen weggezogen hätte. Zumal ich als Fußballprofi vielleicht gelernt hatte, Spiele zu gewinnen und Gegenspieler zu stoppen, aber nicht, wie man ein selbstständiges Leben führt. Ich kam mir vor, als wenn ich noch einmal mein Elternhaus verlassen hätte.

Wie meinen Sie das?

Als Fußballprofi hast du Fußball zu trainieren und zu spielen, alles andere wird dir abgenommen. Eine neue Wohnung? Organisiert der Verein. Den Umzug, Gänge zum Amt, das neue Auto, Steuern, Finanzen? Regelt alles der Klub. Die Vereine erziehen ihre Spieler zu unselbstständigen und ziemlich verwöhnten Menschen. Ich musste nicht mal aufs Amt, wenn mein Pass verlängert werden musste. Den gab ich in der Geschäftsstelle ab und einen Tag später war alles in Ordnung. Das Rundum-sorglos-Paket. Und so steht man da nach der Fußballer-Laufbahn und fühlt sich wie ein Idiot.

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Was passierte, nachdem Sie sich Zuhause eingeschlossen hatten?

Zunächst verfiel ich in Selbstmitleid und machte andere für meine Misere verantwortlich. Nach einer Woche war mir klar, dass nur ich an der Situation etwas ändern können würde und erstellte einen Plan für meine Zukunft. Ein alter väterlicher Freund half mir dabei. Der ist Lehrer und meinte, dass er sich diesen Job auch für mich vorstellen könne. Darüber dachte ich nach, entschied mich tatsächlich für ein Lehramtsstudium und musste mich dann erstmal nachträglich bei meinen Eltern bedanken.

Wofür?

Dass sie mich damals, als ich achtzehn Jahre alt war und kurz vor dem Sprung in die Bundesliga stand, so lange pushten, bis ich mein Abi bestanden hatte. Meine Schulbildung war mir zu diesem Zeitpunkt herzlich egal, ich wollte ja Fußballprofi werden. Ich kenne so viele Kollegen, die ähnlich dachten wie ich und nicht die Unterstützung bekamen, von der ich damals profitierte. Die stehen dann nach der Sportler-Karriere als ungelernte Arbeitslose da und das ist dann noch einmal ein härterer Sturz, als ich ihn erleiden musste.

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Wie war das Studium?

Schwerer, als die Champions League zu gewinnen. Und am Ende noch mehr wert als der Henkelpott. Gleich im ersten Semester trug ich mich für acht Seminare ein und ging viermal heulend von den Klausuren nach Hause, weil mich das einfach überfordert hatte. Während meine Kommilitonen meistens sehr junge Menschen waren, die sich eigentlich nur um sich selbst zu kümmern hatten, war ich Anfang dreißig, hatte vier Kinder, finanzielle Verpflichtungen, ein ganz anderes Leben. Manchmal lag ich in der ersten Zeit nachts im Bett und konnte nicht schlafen, weil ich nicht wusste, wie ich das alles schaffen sollte. Dann kam der Leistungssportler in mir durch und das half mir letztlich, die Kurve zu bekommen.

Inwiefern?

Durch die Jahre als Profi war ich daran gewöhnt, diszipliniert und zielstrebig auf etwas hinzuarbeiten und diesen Gedanken transportierte ich auch aufs Studium. Außerdem genoss ich natürlich das entspannte Umfeld und Leben an der Uni. Ich war vielleicht nicht auf jeder Fachschaftsparty anwesend, durfte aber trotzdem vom Dasein eines Studenten profitieren. Nach sieben Jahren war ich durch. Etwa 400.000 Euro hatte mich diese Zeit gekostet. Es war an der Zeit, wieder Geld zu verdienen. Gleichzeitig hatte ich gelernt, dass es nicht die Kohle ist, die einen glücklich macht, sondern was man mit seiner Zeit anstellt. Ich lernte meine heutige Frau kennen und die Nächte in ihrer Einzimmer-Bude mit Sekt vom Aldi waren tausendmal schöner als die Abende mit Champagner in teuren Luxus-Hotels während meiner Zeit als Fußballer.

Sie sind jetzt seit acht Jahren Lehrer. Wie gefällt Ihnen der Job?

Er macht mich glücklich und ist tatsächlich zu meiner Berufung geworden. Ich unterrichte an der Grundschule Kleine Kielstraße in Dortmund, die 2006 zur besten deutschen Schule ausgezeichnet wurde und für uns Lehrer ein großartiges Arbeitsumfeld bietet. Die Schule liegt im sozialen Brennpunkt der Stadt und hat Schüler mit den unterschiedlichsten Migrationshintergründen in den Klassen. Multi-Kulti vom Feinsten.

Wie kommen Sie mit diesen sicherlich nicht ganz einfachen Kindern klar?

Es stimmt, wir haben viele verhaltensauffällige Kinder hier und sehr viele, die von Haus aus nicht die allerbesten Chancen mit auf den Weg bekommen. Aber das macht die Arbeit auch reizvoll. Denn für meine Kollegen und mich geht jedes Kind, egal mit welchem Hintergrund, grundsätzlich gerne zur Schule. Es liegt nur an den Lehrern, die Kinder auch anständig zu unterrichten. Ich will, dass meine Schüler Spaß in der Schule haben. Also versuche ich dafür zu sorgen, dass es ihnen gut geht. Damit ich weiß, was ihnen gut tut, muss ich sie verstehen und dafür muss ich sie kennenlernen. Das ist eine ganz wunderbare Aufgabe.

Und wie schafft man das?

Jedes Kind ist anders drauf. Den einen musst du streicheln, die andere eher provozieren, das ist Menschenführung. Entweder man kann das, oder nicht. Und natürlich ist der Job wie jeder andere eine Frage der Routine, der Kollegen, des Arbeitsumfelds. Wir sind zum Beispiel ganz weit von der klassischen Schulform entfernt, also: Lehrer steht vorne und kritzelt was an die Tafel. Bei uns sitzen die Schüler in kleinen Gruppen zusammen und arbeiten gemeinsam, da spielt Alter und Intellekt keine Rolle. Nur die Freude am Lernen. Um den Bogen zum Fußball zu spannen: Eine Klasse ist für mich wie eine Mannschaft. Es gibt verschiedene Bereiche – Torwart, Abwehr, Mittelfeld, Angriff – und wenn das alles gut zusammen funktioniert und harmoniert, dann kommt auch der Erfolg.

Um noch einen Fußball-Vergleich zu wagen: Wie auch im Fußball gibt es Schulkinder, die mehr oder weniger Talent haben, die mehr oder weniger Pech hatten. Wie gehen Sie damit um?

Das ist in der Tat eine sehr große Aufgabe. Wir haben Kinder aus Familien, für die ist es das monatliche Highlight, wenn das Geld vom Amt kommt und sie gemeinsam im Taxi zur Pommesbude können. Andere können nicht balancieren, weil sie noch nicht im Wald über Bäume gelaufen sind. Manchmal stehen Schüler vor mir, die noch kein Frühstück hatten und in den Sachen von gestern aus dem Haus geschickt wurden. Auf der anderen Seite sorgen die so genannten Helikopter-Eltern dafür, dass ihr Kind nicht lernt, selbstständig und eigenständig zu denken und zu leben. Gerade in der Grundschule hat man nicht nur einen Bildungs-, sondern auch einen Erziehungsauftrag. Das ist schon sehr viel Verantwortung.

Wie bewerten Sie das deutsche Bildungssystem?

Als rückständig. Bundesweit fehlen aktuell 25.000 Lehrstellen, wir haben zum Teil noch Zustände wie im alten Preußen, da hat sich in den vergangenen Jahrzehnten so gut wie gar nichts getan. Im internationalen Vergleich hinken wir hinterher, ich finde das beschämend, gerade für ein Land, das so reich ist und so viele Möglichkeiten hätte, die Bildung zu verbessern. Mich erinnert das an den deutschen Fußball zur Jahrtausendwende, als die Nationalmannschaft bei der EM 2000 in der Vorrunde rausflog und plötzlich jeder sah, wie schlimm es um die Ausbildung der Talente stand. Dann wurde Geld und Zeit investiert und heute stehen Jogi Löw fünfzig bis sechzig unglaublich gut ausgebildete Kicker zur Verfügung. Eine ähnliche Entwicklung wünsche ich mir auch für unser Bildungssystem. Wenn auch mit deutlich mehr Weitsicht als beim Fußball.

Was meinen Sie damit?

Inzwischen hat zwar jeder große Verein Internate, die eng mit Schulen zusammenarbeiten, man kümmert sich augenscheinlich um den Nachwuchs, aber eigentlich geht es nur darum, das nächste Super-Talent aus dem Hut zu zaubern, dass dann irgendwann viele Millionen Euro wert ist. Aber was ist mit den vielen anderen Spielern, die vielleicht Jahre ihres Lebens darauf verwendet haben, Leistungssportler zu werden und Schule oder Ausbildung hinten angestellt haben? Um die kümmert man sich nicht. Da wünsche ich mir deutlich mehr Verantwortungsgefühl bei den Klubs. Die Möglichkeiten hätten sie ja durchaus. Ähnlich ergeht es den Jungs, die später zu Sportinvaliden werden oder die Leistung einfach nicht mehr bringen können. Es fallen jedes Jahr so viele junge Fußballer durchs Raster und niemand hat sie auf die Zeit nach dem Fußball vorbereitet.

Machen Sie den Klubs Vorwürfe?

Ja, sie sind für diese jungen Menschen verantwortlich. Dieser Verantwortung müssen sie unbedingt nachkommen. Das Fußballgeschäft ist doch ein sehr oberflächliches, es interessiert nicht, ob du vielleicht aus einem schwierigen Haushalt kommst und dir viel größere Steine in die Biografie gelegt worden sind, sondern ob du gut genug bist, Profi zu werden.

Klingt so, als hätten Sie sich sehr vom Fußball distanziert. Wie viel ist geblieben von Ihrer Leidenschaft?

Das Spiel an sich liebe ich weiterhin, daran hat sich nichts geändert, seit ich als kleiner Junge beim Zähneputzen den Ball zwischen den Füßen tanzen ließ. Ich war genauso verrückt nach Fußball wie viele andere Kinder, schlief in HSV-Bettwäsche und wollte so werden wie mein Idol Kevin Keegan. Dass ich mir diesen Jungs-Traum tatsächlich erfüllen konnte, ist eigentlich unglaublich und macht mich sehr dankbar. Das heißt aber nicht, dass ich alles toll finde, was im aktuellen Fußball passiert. Im Gegenteil.

Ihr Trainer zu Dortmunder Zeiten war Ottmar Hitzfeld, ein studierter Mathematik- Lehrer. Was haben Sie sich von ihm abschauen können?

Wie man einen Haufen verrückter und völlig unterschiedlicher Menschen führt und mit ihnen auch noch Erfolg hat. In den großen Jahren Mitte, Ende der Neunziger war das beim BVB eine schwierige Aufgabe. Da waren Typen wie Matthias Sammer, der immer lichterloh in Flammen zu stehen schien, was natürlich ein gewisses Fingerspitzengefühl erforderte. Oder Spieler wie Andreas Möller und Stefan Reuter, die in den Jahren zuvor in der Serie A gespielt hatten und nun ganz weltmännisch beim Training vom ‚passaggio lungo‘ statt vom ‚langen Pass‘ sprachen. Und natürlich Julio Cesar, einen recht eigenwilligen Brasilianer, der regelmäßig zu spät aus dem Urlaub kam. Für den organisierte Hitzfeld in einer Sommerpause gar extra mal ein Trainingslager in Brasilien. Und wer tauchte nicht auf? Julio! Den sahen wir dafür abends im Fernsehen als Teilnehmer eines Futsal-Turniers. Am Tag des Abflugs stand er dann auf der Matte und war topfit.

Welcher ehemalige Mitspieler hätte das Zeug, einen guten Lehrer abzugeben?

Höchstens mein alter Freund Wolfgang Feiersinger. Aber der betreibt eine Alm-Hütte und hat sich entschlossen, in der Natur glücklich zu werden. Was ihm hoffentlich auch gelungen ist.

Knut Reinhardt, sind Sie denn glücklich?

Ja. Ich bin aus dem Loch gekrabbelt, in das ich nach der Fußball-Karriere gefallen bin, habe mich aufgerappelt, bin inzwischen in einer wunderbaren Beziehung, bin Vater von vier tollen Kindern und mache einen Job, der viel nachhaltiger ist als mein früherer Beruf. Früher ging es mir um die nächsten drei Punkte und um die Meisterschaft, heute will ich Kindern dabei helfen, dass sie in der Lage sind, ein zufriedenes Leben zu führen. Das ist sehr erfüllend.

297 Bundesliga-Spiele, sieben Auftritte für die Nationalmannschaft, zweifacher Deutscher Meister, Champions-League- Sieger, Gewinner des Uefa-Cups, Weltpokalsieger – was sind die großen Erfolge des Lehrers Knut Reinhardt?

In meinem ersten Jahr als Referendar hatte ich einen marokkanischen Jungen in meiner Klasse, der ziemlich verhaltensauffällig war. Zu dem baute ich schnell ein Vertrauensverhältnis auf und am Ende verstanden wir uns großartig. Er wurde ein richtig guter Schüler. Nach der vierten Klasse verlor ich ihn aus den Augen. Vor kurzem sah ich ihn beim Einkaufen in Dortmund wieder. ‚Herr Reinhardt‘, sagte er, ‚ich mach jetzt Abitur!‘ Das war schöner als jeder Titelgewinn.

Interview: Alex Raack

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Kingsley Coman exklusiv: Vom Außenseiter zum König

Lindsay Vonn, Boris Becker und Kingsley Coman zieren das Cover der 30. Ausgabe von SOCRATES. Bayern Münchens Offensivspieler hatte es nicht immer leicht, aber in dieser Saison hat sich der Franzose durchgesetzt. Auch dank Uli Hoeneß, wie er im Exklusiv-Interview verrät.

Kingsley Coman: Der Durchstarter

Der Tegernsee – unweit von München – ist ein wunderbarer Urlaubsort – un das zu allen Jahreszeiten. Ein bisschen Abschalten, das tolle Wetter und die Aussicht genießen. Oder bei Uli Hoeneß vorbeischauen und leckere Kekse essen. Der Präsident des FC Bayern München lud neulich Kingsley Coman ein, um das klubeigene Juwel kennenzulernen. „Nach diesem Gespräch habe ich noch besser verstanden, warum viele Leute sagen, dass der FC Bayern eine Familie sei“, sagt Kingsley Coman im Exklusiv-Interview bei SOCRATES.

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München hat den 22 Jahre jungen Franzosen verändert – zum Positiven. In den vier Jahren beim FC Bayern hat sich Coman sportlich und persönlich entwickelt und freut sich, dass er noch lange beim FC Bayern bleiben darf. Im Interview erzählt Coman auch, warum er nun mehr Fußball guckt als früher – und wie die Freundschaft zu Joshua Kimmich entstanden ist.

Was gibt es sonst in Ausgabe #30?

Lindsay Vonn und Boris Becker

Nach fast zwei Jahrzehnten im Ski-Zirkus hat Lindsey Vonn ihre einzigartige Karriere beendet. Bevor sich die bekennende Chaos-Liebhaberin kopfüber in den Unruhestand stürzt, fand sie Zeit für ein bemerkenswert offenes Gespräch. Und: Wenn man die Gelegenheit hat, mit Boris Becker zu sprechen, muss man sie nutzen und viele, viele Fragen stellen, denn der inzwischen 51 Jährige scheut keine klaren Worte. Ein Gespräch über alte und neue Zeiten, große Helden und die Krux mit den Millennials.

Außerdem in dieser Ausgabe

  • Exklusiv-Interview mit Juventus-Star Emre Can
  • Exklusiv-Interview mit Bayerns Nachwuchschef Jochen Sauer
  • Exklusiv: Die Kolumne von Javi Martinez
  • Exklusiv-Interview: Amelie Mauresmo
  • Exklusiv-Interview: Yannic Seidenberg
  • Das Special zum Formel-1-Start
  • u.v.m.

Für nur 10 Euro: Das Socrates-Testabo

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Gucken Sie Liebesfilme, Hans-Joachim Watzke?

Hans-Joachim Watzke ist seit fast 15 Jahren Geschäftsführer bei Borussia Dortmund und lebt den Spagat zwischen emotionaler Hingabe und totaler Rationalität. Im großen Interview mit SOCRATES spricht der BVB-Boss über Liebe und Geld, Gesellschaft und Moral, Klopp, Favre und noch viel mehr. Dies und mehr in der neuen Ausgabe.

Hans-Joachim Watzke: Echte Liebe

Hans-Joachim Watzke ist kein Träumer. Dafür hat der 59 Jahre alte Geschäftsführer von Borussia Dortmund einfach schon zu viel erlebt. Aber emotional wird der BVB-Boss schon, vor allem, wenn es um seinen Klub geht. SOCRATES traf Watzke zum Interview, um über diese Liebe zu sprechen. Erlaubt der Job Emotionen? Wie echt ist noch die Liebe im Fußball? Wie groß ist sie noch zu Jürgen Klopp? Und guckt Watzke eigentlich Liebesfilme? Alle Antworten gibt er in der aktuellen Ausgabe von SOCRATES.

Die aktuelle Ausgabe bestellen

Doch Watzke macht sich nicht nur um den BVB Gedanken? Der BVB-Geschäftsführer sorgt sich um die Gesellschaft in Deutschland, sieht eine Zerreißprobe auf das Land kommen. Watzke sieht einen Sittenverfall, den es aufzuhalten gibt. Watzke sagt: „Die Tendenz ist da! Früher war das deutlich anders, die Menschen haben vielleicht einfach spießiger gelebt. Ein ganz banales Beispiel: Früher hast du gemerkt, dass Sonntag war, weil alle ordentlich angezogen waren. Heute siehst du das nicht mehr.“ Einen Lösungsansatz verrät Watzke auch.

Was gibt es sonst in Ausgabe #29?

Javi Martinez: Die erste Kolumne

Gerade eben hat erst Javi Martinez eine grandiose Leistung im Trikot des FC Bayern wieder hingelegt. Beim 0:0 in Liverpool war Martinez der beste Mann auf dem Platz. Medien, Fans, Mitspieler, Trainer – alle attestierten ihm eine überragende Leistung. Doch Javi Martinez ist ein vielseitiger Typ – nicht nur auf dem Platz. In der aktuellen Ausgabe gibt es die erste Kolumne, die der Bayern-Profi exklusiv in SOCRATES schreibt. Wie er das Glück auf dem Fahrrad fand und was der beste Weg zum Profi ist, verrät er in seiner ersten Kolumne.

Außerdem in dieser Ausgabe

  • Uli Hoeneß: Papa auf Abruf beim FC Bayern?
  • Exklusiv-Interview: Stefan Edberg
  • Exklusiv-Interview: Marc Marquez
  • Exklusiv: Luka Doncic
  • Exklusiv-Interview: Robin Sönderling
  • u.v.m.

Für nur 10 Euro: Das Socrates-Testabo

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Bayern-Profi Javi Martinez schreibt für Socrates

Neuzugang für das Socrates Magazin: Javi Martinez, Profi des FC Bayern München, wird neuer Kolumnist. Der 30 Jahre alte Spanier schreibt jeden Monat über seine Sicht der Dinge. Im Exklusiv-Interview erklärt Martinez, warum er diesen Schritt gegangen ist.

Javi Martinez: „Einblicke ermöglichen“

Der Begriff Erfolgsgarant wird ja inzwischen sehr inflationär verwendet. Bei Javi Martinez trifft es sogar zu. Beim Gastspiel des FC Bayern München bei 1899 Hoffenheim feierte der Spanier seinen 100. Bundesliga-Sieg – im 120. Spiel. So schnell kam in der Bundesliga noch nie zu den 100 Siegen. Und Martinez hatte wieder einmal gehörigen Anteil am wichtigen Sieg in Sinsheim. Auf der Sechs präsentierte sich der Mittelfeldspieler in überragender Form.

Diese möchte Martinez künftig auch als Kolumnist des Socrates Magazins unter Beweis stellen. Der 30 Jahre alte Profi des FC Bayern schreibt jeden Monat seine Gedanken auf. Dies verkündete Martinez in der neuen Ausgabe des Socrates Magazins, das am Donnerstag im Handel erschienen ist.

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„Ich freue mich sehr. Ich liebe es zu schreiben. Die Idee, den Lesern das Leben eines Fußballers aus einer sehr persönlichen Perspektive näher zu bringen, fasziniert mich. Es gibt viele Dinge, die Außenstehende nicht nachvollziehen oder wissen können. Ich möchte ihnen Einblicke ermöglichen, die ihnen ansonsten vorenthalten bleiben würden“, so Martinez im Exklusiv-Interview.

Auch bei Socrates ist Freude über den Neuzugang groß: „Javi Martinez ist ein Profi, aber vor allem ein Mensch, der über den Tellerrand hinausblicken kann – und will. Wir freuen uns, dass wir mit Javi Martinez eine Bundesliga-Größe für unser Magazin begeistern konnten, die hervorragend zu unserem Motto Die besten Storys schreibt der Sport passt“, sagt Socrates-Herausgeber Fatih Demireli.

Bereits im exklusiven Interview, das den Startschuss für die Zusammenarbeit zwischen Martinez und Socrates gibt, gewährt der Bayern-Star tiefe Einblicke in sein Innenleben, verrät aber auch, dass er sich einen Wechsel zu einem anderen Klub in dieser Größenordnung nicht mehr vorstellen kann.

Was gibt es sonst in Ausgabe #28?

Wo gibt es Socrates?

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Bekir Refet: Der erste „Bomber“ Deutschlands

Bekir Refet war der erste türkische Fußballer in Deutschland. Doch seine Wahlheimat bescherte ihm mehr Schicksalsschläge als ein paar Tore. Er starb sogar zwei Mal. Ein Porträt.

Der Artikel erschien in Ausgabe #7

Der Artikel erschien in Ausgabe #7

Es waren die letzten Augusttage. Istanbul hatte die drückend heißen Temperaturen hinter sich gelassen und war so windig und kühl wie in einem gewöhnlichen Herbsttag. Die Zugzeit der Störche war längst gekommen. Eine Gruppe junger Männer hatte sich am Hauptbahnhof in Sirkeci getroffen und wartete auf ihren Zug. Das Leben in Anatolien war damals, um das Jahr 1920, durch den schmerzhaften Befreiungskrieg geprägt. Diese jungen Männer aus Istanbul sollten sich aber vom Krieg noch mehr entfernen und in anderen Ländern einen weiteren Kampf führen. Vor der Reise herrschte gute Stimmung. Die letzten Fotos, die letzten Gelächter…

Einer von ihnen schob seinen Holzkoffer mit seinem Fuß in die Nähe des Zuges. Er stellte sich darauf und schrieb mit der Kreide, die er aus seiner Tasche hervorholte, an das Äußere eines der Waggons auf Französisch: „Footballistes de Galatasaray“. Ein anderer füllte das strohgelbe Telegrammformular aus, das er am Rücken eines Freundes fixiert hielt: „Wir machen uns auf den Weg nach Lausanne. Hochachtungsvoll, Bekir.“

Bekir Refet: Wie wurde er zum Star?

Bekir spielte nicht bei Galatasaray. Damals war er im Kader von İttihatspor, dem Nachfolger von Altınordu, der als der Verein des Komitees für Einheit und Fortschritt, der mächtigsten Partei der Jungtürken, bekannt war. Im Istanbul der Besatzungsjahre gewann Altınordu alle Meistertitel. Diesen Erfolg verdankte der Verein den Stars, die mit verschiedensten Versprechungen von Galatasaray, Fenerbahçe und Beşiktaş geholt wurden. Auch Bekir war einer dieser Spieler. Er war bereits mit 13 Jahren, als er noch zur Numune Mittelschule in Kadıköy ging, entdeckt worden, und hatte drei Jahre in der Jugend von Fenerbahçe gespielt, bevor er im Kader der ersten Mannschaft spielen durfte.

Nachdem er es dort schnell zu Ruhm gebracht hatte, wechselte Bekir ein Jahr später zu Altınordu. Und nun wurde er auf Bitten der Verantwortlichen für die Spiele in Europa in den Kader von Galatasaray aufgenommen. Was machte ihn im jungen Alter zu einem Star? Der kleinwüchsige, untersetzte, dunkelhäutige Junge hatte das Fußballspielen in Kadıköy, wo er geboren und aufgewachsen war, von Engländern gelernt. Aus späteren Interviews mit ihm geht hervor, dass er sich glücklich schätzte, weil er das Spiel von „Erfindern des Fußballs“ lernen konnte.

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Bekir bezauberte die Zuschauer vor allem mit seinem Talent. Er war so ein flinker Fußballer, dass er sogar sich selbst umspielen könnte. Seine Ballbeherrschung war beispiellos. Seine scharfen Augen schenkten seinen Schüssen Treffsicherheit und seine breiten, muskulösen Beine eine hohe Geschwindigkeit.

Als Fenerbahçe gegen die Besatzung des in Istanbul geankerten berühmten Schlachtkreuzers Goeben spielte, wurde er von den deutschen Matrosen „roter Teufel“ genannt. Und es wird erzählt, dass er in einem Spiel gegen die Mannschaft der französischen Besatzungsmacht einen alten Schuhputzer mit einem Schuss ins Krankenhaus beförderte. Er war eine Fußballlegende, die mit ihren Schüssen einen Büffel umlegen, den Holzzaun neben dem Spielfeld demolieren, die Torpfosten ins Netz jagen konnte. Er könnte als Urgroßvater Gerd Müllers gelten, denn er war der erste Träger des Spitznamens „Bomber“.

Der Besuch von Emil Oberle

Die Europatour im Jahre 1921 war ein Wendepunkt in Bekirs Leben. Nach den Spielen in der Schweiz kam die Mannschaft nach Deutschland. Ihre erste Station war Karlsruhe. Dort brillierte Bekir im Spiel gegen den FC Phönix. Danach waren Frankfurt, Ludwigshafen und Köln an der Reihe. Die Mannschaft kehrte nach einer ermüdenden Tour, bei der sie in 45 Tagen 17 Städte besucht hatte, schließlich in die Heimat zurück. Aber in dem Zug, der nach Sirkeci fuhr, war der von Altınordu ausgeliehene Bekir nicht dabei. Er hatte sich bei einem Spiel in Hamburg verletzt und war für die medizinische Behandlung in Deutschland geblieben.

Im Krankenhaus besuchte ihn Emil Oberle, ein Spieler des FC Phönix, der in der Vergangenheit auch bei Galatasaray gespielt hatte. Der FC Phönix wollte Bekir verpflichten. Emil sagte zu ihm: „Beiß zwei Jahre lang die Zähne zusammen, danach kannst du nach Istanbul zurückkehren und dort mit dem Geld dein eigenes Geschäft eröffnen.“ Als Bekir Refet im Oktober 1921 den Vertrag unterschrieb, ging er nicht nur als der erste türkische Fußballspieler in Deutschland, sondern ebenfalls als der erste türkische Fußballprofi überhaupt in die Geschichte ein.

Bekir war vielleicht der erste der türkischen „Gastarbeiter“, die sich später mit einem unaufhörlichen Traum von der Heimkehr an ihrem Leben in Deutschland festhielten und dieses im Schatten des Traums in Deutschland fristeten. Zunächst heiratete er und bekam ein Kind. Seinem Sohn gab er den Namen seines Vaters sowie seines besten Freundes, mit dem er Jahre lang bei Fenerbahçe und Altınordu zusammengespielt hatte: Nuri. Später ließ sich Bekir von seiner Frau scheiden; Nuri blieb bei seiner Mutter. Bekirs Heimweh vermengte sich mit der Sehnsucht nach seinem Sohn, die letztendlich überwog. So blieb Bekir in Deutschland, während sein Sohn aufwuchs, um ihn wenigstens ein Mal die Woche sehen zu können, und seine Heimkehr musste für einige Zeit aufgeschoben werden.

Bekir besuchte 1924 und 1927 auf Einladung seines ehemaligen Vereins Fenerbahçe hin Istanbul, um gegen Slavia Prag zu spielen. Als er am 3. Juni 1927 seinen Fuß auf den Boden des Hauptbahnhofs in Sirkeci setzte, wurde er von seinen Freunden empfangen und direkt zum Taksim-Stadion gebracht. Als er auf der Ehrentribüne gesichtet wurde, brach in der Menge, die dem Spiel zwischen Galatasaray und Slavia beiwohnte – fast 5000 Zuschauer –, für die Fußballlegende ein stürmischer Beifall los. Bekir war nicht vergessen.

Die Gelb-Blauen gewannen gegen Slavia Prag, die damals unbesiegbare Mannschaft Europas, mit einem Kopfballtor Bekirs. Ein Sieg, der damals als eines der größten Ereignisse im türkischen Fußball angesehen wurde. Bei seinem vorerst letzten Besuch blieb Bekir fünf Monate in Istanbul und spielte in weiteren Freundschaftsspielen für Fenerbahçe. Bekir hatte Istanbul vermisst und wollte bleiben. Aber: In der Türkei war professioneller Fußball verboten. Als ihm die Erlaubnis, in seiner Heimat zu spielen, verweigert wurde, kehrte Bekir verbittert nach Deutschland zurück. Er war sauer auf die verantwortlichen des türkischen Fußballbunds. Fast 25 Jahre kehrte er nicht in sein Heimatland zurück.

Allerdings widerstand er aber auch den beharrlichen Bitten, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. Er lebte weiter als ein einsamer Türke in Karlsruhe. Vielleicht entschied er sich auch deswegen für den Nachnamen Teker (Anm. d. Red. Einsamer Soldat auf Türkisch). Als er 1951 als Ehrengast des Türkischen Fußballbunds in sein Land kam, um dem Länderspiel zwischen der Türkei und Deutschland beizuwohnen, sprach er mit einem gebrochenen Türkisch zu den Zeitungen und erklärte sich mit dem Interesse der Jugendlichen zufrieden, die ihn zum ersten Mal gesehen hatten.

Der Fußballmigrant, der seine Karriere nach dem FC Phönix beim Karlsruher FV und dem FC Pforzheim fortsetzte, schaffte es, überall Publikumsliebling zu werden. Die Presse sprach davon, dass ein Türke in Deutschland Geschichte schrieb. Der Kicker machte den „Bomber“ sogar zur Titelstory. Er besaß alle Eigenschaften, die ein guter Fußballspieler brauchte. Wenn er den Ball am Fuß hatte, dribbelte er großer Geschwindigkeit, brachte die gegnerische Abwehr durcheinander, raubte mit seinen Toren den Zuschauern den Atem.

Bei den Olympischen Spielen 1924 in Paris schoss er im Spiel gegen die Tschechoslowakei als Kapitän die beiden Tore der türkischen Nationalmannschaft. Bei Olympia 1928 in Amsterdam, als die Türkei gegen Ägypten sieben Tore kassierte, kam der Ehrentreffer ebenfalls von Bekir. Nach seinem letzten Auftritt im Taksim-Stadion hatte Bekir in Karlsruhe ein Zeitungs- und Tabakgeschäft eröffnet, das seinen Namen trug.

Nachdem er mit dem Ende seiner Fußballkarriere im Alter von 38 Jahren als Einzelhändler ins Zeitungsgeschäft eingestiegen war, wurde er zum Zeitungsgroßhändler. Seine Geschäfte liefen bis zum Kriegsausbruch gut. Aber die Bombardierung Karlsruhes brachte sein Leben wieder durcheinander. Sein Kiosk war niedergebrannt und geplündert, die Kommunikation mit seiner Heimat völlig zusammengebrochen.

Zu dem Zeitpunkt berichteten türkische Medien sogar über Bekirs Tod. Der berühmte Sportmoderator Sait Çelebi brach sogar in Tränen aus, als er von Bekir erzählte, und es wurde berichtet, dass der damalige Außenminister, Şükrü Saraçoğlu, sich mit Deutschland in Verbindung setzte, um den Leichnam des legendären Fußballers abholen zu lassen. Nach der einwöchigen Trauer in der Sportwelt kam jedoch heraus, dass es sich um einen anderen Türken namens Bekir handelte, der in Deutschland gestorben war.

Der falsche Tod

Der „Bomber“ hatte Glück, er lebte. Aber unter den Verwundeten waren Freunde von ihm. Als er sie im Krankenhaus besuchte, konfrontierte das Leben ihn mit einer neuen Überraschung. Oberschwester Else und Bekir verliebten sich. Nach zwei Jahren Partnerschaft heirateten sie 1945. Else an seiner Seite zu haben, half Bekir dabei, über seine Einsamkeit hinwegzukommen.

Bekir, der finanziell schwer angeschlagen war, klammerte sich durch materielle sowie moralische Unterstützung seiner deutschen Frau wieder am Leben fest. Nach dem Kriegsende konnte er nach intensiven bürokratischen Auseinandersetzungen zusammen mit seiner Frau seinen Laden wieder eröffnen. Obwohl er sich danach sehnte, konnte er nach 1951 die Türkei nie wieder sehen.

Socrates Facebook

1959 beendete er seine Karriere als Inhaber eines Ladens, in dem neben Tabak und Zeitungen auch Magazine, Bücher und Sportartikel verkauft wurden, und ging in Rente. Danach führte er zusammen mit seiner Frau ein asketisches Leben in einer Wohnung in Ettlingen, nahm aber regelmäßig türkische Migranten auf, die allmählich nach Deutschland kamen.

Als er 1977 in einem Krankenhauszimmer seine letzte Reise antrat, stand die Frau an seinem Bett, mit der er die letzten 32 Jahre seines Lebens geteilt hatte. Sein Tod, diesmal handelte es sich um den „richtigen“ Bekir, löste in der Türkei wieder große Trauer aus. Selbst Jahre nach seiner Karriere noch wurde in türkischen Medien an Bekir Refet erinnert wie an einen Märchenhelden: „Wer war nun dieser Bekir? Hatte er wirklich gelebt? Ist es wahr, dass man sein linkes Bein festkettete, damit er die Torhüter nicht mit seinen erbarmungslosen Schüssen verletzte? Sind die Gerüchte, dass einer seiner Schüsse die Rippen eines Ochsen, ein anderer den Torpfosten brach, nur Märchen gewesen? (…) Für diejenigen, die jene Tage miterlebten, war Bekir ein legendärer Mann, der aus einer mythologischen Welt gekommen war.“

Bekir Refet war ein Held, um den zwei Mal getrauert wurde…

Sevecen Tunç

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