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Handball-EM: Danish Dynamite und ein X-Faktor

Die Handball-EM in Norwegen, Schweden und Österreich beginnt. Wer holt den Titel? Was macht das DHB-Team von Trainer Christian Prokop. Unsere Tipps für das Turnier, das bis zum 26. Januar andauert.

SOCRATES-Handball-Experte Ozancan Sülüm tippt die Handball-EM:

Europameister: Dänemark

Die Dänen kommen mit Olympia-Gold und Weltmeistertitel im Gepäck. Bei der Golden League, dem Vorbereitungsturnier für die EM, besiegten sie Norwegen und Frankreich, obwohl sie nicht mal in Bestbesetzung waren. Sie haben die beste Spielmacher-Rotation – dazu noch Mikkel Hansen. Lange Rede, kurzer Sinn. Leute, wir haben hier einen klaren Favoriten.

Finalist: Spanien

Ein breiter, erfahrener Kader und der Titelverteidiger. Vor dem Turnier spielten sie gegen eher unterklassige Teams und holten drei Siege für das Selbstvertrauen. Auch wenn der Kader fast ohne Ausnahme hochklassig ist, haben die Spanier einen Nachteil: Nur sieben der 15 Spieler sind U30er. Verteidigung und Tor sind überragend besetzt, doch auf der Position des Kreisläufers? Hmm! Sie haben ganz große Chancen auf eine Medaille und das Finale, aber die Dänen sind im Vorteil.

Platz 3: Norwegen

Sander Sagosen ist der größte MVP-Favorit des Turniers. Jung, dynamisch, talentiert, aggressiv. Das sind die Norweger. Vielleicht ist die fehlende Erfahrung in der Spitze ein Nachteil. Trainer Christian Berge führte die Mannschaft zu zwei WM-Endspiele, aber bei den Europameisterschaften fehlt noch eine Medaille. Diesmal sind sie dran.

Die jungen Wilden: Frankreich

Eigentlich sind die Franzosen immer ganz weit vorne dabei, aber sie haben einen Umbruch eingeleitet und wichtige Routiniers verloren. Na klar, denken wir da an Luka Karabatic. Dem Kapitän von PSG, der lange Jahre als Abwehrchef ein wichtiger Rückhalt für Frankreich war. Sie haben einen starken U23-Jahrgang, der sicher spannend zu beobachten sein wird. Das Potenzial ist unendlich, schauen wir, wohin da führt.

Und was ist mit… Deutschland?

Gefühlt sind alle Spielmacher verletzt, aber dank des formstarken Kaders ist Deutschland durchaus ein Anwärter auf eine Medaille. Zwar wiegen die Ausfälle schwer, aber die physische Komponente sowie die trotzdem vorhandenen Rotationsmöglichkeiten, könnte dem DHB-Team auf der Strecke helfen.

Topscorer: Mikkel Hansen

Irgendwie macht es keinen Sinn, einen anderen Tipp abzugeben, wenn Mikkel Hansen bei einem Turnier mit dabei ist. Der Welthandballer von 2011, 2015 und 2018 wird die gefährlichste Waffe Dänemarks. Und wenn er mal nicht trifft, legt er ja vielleicht für Kiels Magnus Landin und Oldie Hans Landberg auf.

Die Spitzenverdiener des Sports
MVP: Sander Sagosen

Wir müssen da jetzt nicht weit ausholen: Norwegens Sander Sagosen ist der formstärkste Spieler der Welt.

X-Faktor: Portugal

Die Topklubs investieren ordentlich, die Nachwuchsteams haben in den letzten Turnieren tolle Erfolge gefeiert – da muss man Portugal sicher auf dem Zettel haben. Vielleicht werden sie die Gruppenphase nicht überstehen, aber ein Ausrufezeichen für die Zukunft sollte drin sein.

Enttäuschung: Slowenien

Ljubomir Vranjes ist nach seiner Odysee in Veszprem nun in Slowenien am Start. Und er überrachte gleich mal mit der Nicht-Nominierung der Skube-Brüder, Mlakar, und Poteko. Sie haben einen talentierten Kader, auch eine ganz okaye Gruppe, aber es gibt dann doch ein paar Fragezeichen.

Ozan spielte selbst Handball, schaffte es sogar bis in die Junioren-Natiionalmannschaft der Türkei, entschied sich aber später für das Laufen - unter anderem gelang ihm schon der eine oder andere Marathon. Bei SOCRATES Experte für Handball, Leichtathletik, aber auch Fußball.
Ozan Can Sülüm
Redakteur