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Thomas Müller: Bayerns Sheldon Cooper

Zwar muss Thomas Müller seit Jahren neben der Toilette sitzen – dennoch fühlt er sich bei Bayern und in München zu Hause. Warum er da weiter Filme anschauen will und was in der Kabine passiert, erzählt er Socrates.

Das Interview erschien in Ausgabe #4

Das Interview erschien in Ausgabe #4

Thomas Müller, ein Sprichwort besagt: Wer sich überall zu Hause fühlt, ist nirgends daheim. Finden Sie sich darin wieder?

Ich fühle mich auch wohl, wenn ich unterwegs bin. Aufgrund meines Berufs war ich ja schon viel unterwegs auf dem Planeten und bin überall zurechtgekommen. Aber ja, es gibt diesen Platz, an dem ich daheim bin. Hier in Bayern ist es einfach schön.

Haben Sie Ihre Heimat durch die vielen Reisen noch mehr zu schätzen gelernt?

Die Frage ist, ob es immer nur an der geografischen Lage liegt, wo man daheim ist. Klar, man hat eine Verbindung zu dem Ort, an dem man aufgewachsen ist. Aber der Wohnort kann durch einen Umzug ja auch wechseln. Der zentrale Anker ist die Familie. Das ist ja eigentlich das wahre Gefühl von Heimat – dass die Menschen, die einem am wichtigsten sind, um einen herum sind.

Die Menschen beim FC Bayern scheinen dann wie eine Familie für Sie zu sein.

Seit ich zehn Jahre alt bin fahre ich fast täglich an die Säbener Straße. Ich fühle mich beim FC Bayern daheim. Ich kenne alle handelnden Personen im Verein. Nicht nur diejenigen, die direkt um mich herum sind. Wenn ich mich am Trainingsgelände umschaue: Der Hattab Khalfallah, der die Balljungen betreut, der war schon mein Betreuer in der Jugend. Im Leistungszentrum kenne ich die Jugendtrainer, die Verantwortlichen. Man grüßt sich, man kennt sich. Ich kann mir nicht vorstellen, wie das woanders ist. Ich war bisher eben nur hier. Wenn wir über Heimat sprechen, dann kann ich auf den Fußball bezogen schon sagen: Der FC Bayern ist mein Wohnzimmer.

Besteht dabei nicht die Gefahr, dass Bequemlichkeit aufkommt?

Ich kann es mir nicht auf der Couch bequem machen, sondern habe was zu tun. Es macht schon Spaß, diesen Wettbewerb im vertrauten Wohnzimmer anzunehmen. Es macht Spaß daran zu arbeiten, dass der FC Bayern am Ende wieder ganz vorne steht.

Es kommen ja jährlich neue Darsteller in Ihr Wohnzimmer. Sehen Sie es als Aufgabe an, diese sich dort wohlfühlen zu lassen?

Ich sehe mich da schon auch neben dem Platz in der Verantwortung, meinen Teil dazu beizutragen, dass die Mannschaft funktioniert. Dass die Voraussetzungen gegeben sind, dass wir Ergebnisse liefern können. Und diese sind am besten, wenn sich jeder Spieler bei Bayern wohlfühlt.

Hat sich Ihr Blick darauf mit den Jahren verändert?

Es ist ja so: Wenn du jung bist, musst du erstmal schauen, dass du selbst funktionierst. Mittlerweile schaue ich vermehrt auf das Große und Ganze. Der Verein entwickelt ja auch eine gewisse Erwartungshaltung an einen. Jahr für Jahr steigt meine Verantwortung. Es muss Spieler in einem Team geben, die über den Tellerrand hinausschauen und sich auch darum scheren, dass der ganze Laden läuft. Das ist eine spannende Aufgabe.

Welche Rolle spielt dabei die Kabine?

Sie ist der zentrale Punkt auf dem Trainingsgelände. Die Kabine ist ein Ort, an dem sich viel Wichtiges abspielt. An dem man immer wieder zusammenkommt. Aber auch ein Ort, der einem ständigen Wandel unterlegen ist. Nicht nur während einer Saison, sondern über viele Saisons gesehen. Wenn man sieht: Wer kommt? Wer geht? Mit wem habe ich schon vor fünf Jahren zusammengespielt? Wie viele sind von denen noch da? Man lernt viele neue Persönlichkeiten kennen. Ich bin in dieser Situation bei Bayern der Sheldon Cooper – der hat bei der Big Bang Theory schon ewig seinen Platz auf dem Sofa. Und diesen Platz habe ich in der Kabine auch. Allerdings ist meiner schlechter gelegen – nämlich direkt neben der Toilette. Aber den Platz werde ich nicht mehr abgeben. Ich kann von dort aus gut handeln.

Handeln im Sinne eines bayerischen Integrators oder Imperators?

Integrator passt auf jeden Fall. Was verstehen Sie in diesem Zusammenhang unter einem Imperator?

Jemanden, der seine Männer in die Schlacht führt und kommandiert.

Es erinnert mich zu sehr an früher. Damals wurde immer der Eindruck vermittelt: Der Kapitän ist der Alleinherrscher. Das ist aber kein Spieler. Es ist ja schon längere Zeit so, dass Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt wird. Das Geschäft untereinander ist ein bisschen menschlicher geworden. Aber natürlich muss man auch mal Ansagen machen, wobei da nach wie vor der Kapitän der erste ist, der das veranstaltet und der dafür auch der richtige Mann ist. Grundsätzlich bin ich ein Typ, der versucht, dass die Leute um mich herum Spaß haben und sich wohlfühlen. Wenn ich sehe: „Da zwickt es!“, dann versuche ich so gut es geht positiv einzuwirken. Aber eines ist mir dabei wichtig.

Socrates auf Facebook

Bitte.

Es ist nicht so, dass ich mich rund um die Uhr mit den anderen Spielern beschäftige. Das dürfen wir nicht verwechseln. Man muss schon erstmal schauen, dass die Voraussetzungen für einen selbst gegeben sind, dass man seine Leistung bringen kann. Ich will jetzt nicht, dass der Eindruck entsteht, dass ich mich nicht mehr aufs Fußballspielen konzentriere. Aber es gibt eben diese Momente in der Kabine oder auch auf den vielen Reisen, in denen geredet wird und in denen man zwischenmenschlich in die richtige Richtung lenken kann. Es sind eher die kleinen Dinge, die später eine große Wirkung entfalten können.

Geht es in diesen Gesprächen auch um die Übermittlung der Siegermentalität des FC Bayern?

Die kannst du keinem einreden. Die musst du spüren. Jeden Tag. Ich spitze deswegen gerne junge Spieler im Training an, mache aus vermeintlich lockeren Spielchen Wettbewerbe, indem ich sage: Wer gewinnt, muss danach die Getränke für alle holen. Du musst gerade die jungen Spieler mit ins Boot holen. Das schafft Anreize.

Wettbewerb schafft Gewinner?

Was dabei ganz wichtig ist: Du musst vorleben, worauf es ankommt. Worauf es in dem Verein ankommt. Die Spieler, die neu kommen, die lesen überall dieses Mia san mia. Die müssen ja auch ein Gefühl dafür bekommen, was das eigentlich bedeutet. Die müssen das Gefühl bekommen, der FC Bayern ist nicht einfach ein Arbeitgeber. Sondern die müssen spüren: Hier war schon immer eine gewisse Siegermentalität vorhanden. Der Verein ist etwas Besonderes. Man steht immer unter Erfolgsdruck. Dem muss man erstmal gewachsen sein. Und es geht immer um die Performance auf dem Platz. Diese Siegermentalität kann ich mittlerweile gut vorleben.

Interview: Felix Seidel & Fatih Demireli

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