Beiträge

,

Video: Friedhelm Funkel kennt den Grund der Werder-Krise

Der SV Werder Bremen kommt nicht aus der Krise. Der Abstieg der Nordklubs droht. Friedhelm Funkel nennt den Grund der Werder-Krise im Video.

2:0 bei Hertha BSC geführt, doch nicht gewonnen. Der SV Werder Bremen setzte auch am 25. Spieltag der Bundesliga seine Krise fort. Der Nord-Klub steht auf einem direkten Abstiegsplatz und offenbar fehlt in Bremen das Rezept, die sportliche Talfahrt zu beenden. Wie es erst überhaupt dazu gekommen ist, dass Werder Bremen in diese Situation gekommen ist, darüber hat Friedhelm Funkel eine klare Meinung.

Video: Friedhelm Funkel nennt den Grund der Krise von Werder Bremen
,

Heimweh

Braucht man nur die schönen Momente des Lebens, um Sehnsucht zu entwickeln? Schriftsteller und Autor Moritz Rinke entdeckte in weiter Ferne seine Liebe zu Werder Bremen wieder.

Früher, als ich Mitte zwanzig war, hatte Heimat etwas Beengendes. Wenn ich zu Hause ankam, verschoben sich die Proportionen. Natürlich war das Haus in Worpswede, in der Künstlerkolonie bei Bremen, in dem ich lebte, größer als die Mietwohnung in Berlin, dennoch kam mir alles kleiner vor. Im Badezimmer hatte ich das Gefühl, ich müsste den Kopf einziehen, das Waschbecken hänge zu tief und der Spiegel sei zu klein.

Wenn man mir Bilder mit den berühmten Malern von Worpswede zeigte, und ich ihre Moorlandschaften bewundern sollte, lief ich weg. Wenn ich auf Reisen in Hotels Bilder mit den berühmten Worpsweder Moorlandschaften der Modersohns sah, hing ich sie ab. Wenn ich noch bis vor kurzem gefragt wurde, warum das Licht, der Himmel und die Wolken über Worpswede so besonders seien und die Maler zu ihren Kunstwerken inspirierten, fing ich an zu schimpfen und erklärte, die Wolken seien halt so, basta.

Nach Bartels‘ Schuss…

Als Kinder wurden wir mit den besonderen Wolken über Worpswede tyrannisiert. Wir mussten die Wolken ja nicht nur anschauen, wir mussten sie ja auch in Aquarell malen und im Erdkundeunterricht sprachen wir nicht über die Niagarafälle oder den Dschungel in Afrika, sondern über die Worpsweder Wolken. Offenbar begriff niemand, dass diese verdammten Wolken für uns ganz normal waren! Und deshalb musste man auch ganz bestimmt nicht wie Rilke darüber Gedichte schreiben oder gar Maler werden!

Dass ich als Kind Fußballer werden wollte und nicht Maler, hatte ganz bestimmt mit den Wolken zu tun!

Als ich vor geraumer Zeit ein Heimspiel des SV Werder Bremen im türkischen Fernsehen sah (die Bundesligaübertragungen in der Türkei hat der Präsident Gott sei Dank noch nicht verboten), Werder wieder mal zu verlieren schien und die Kamera nach einem Schuss des Bremer Spielers Fin Bartels weit über das Tor in den Bremer Himmel schwenkte – da sah ich sie  wieder: die  norddeutschen Wolken! Ja, sie sahen genauso aus wie auf den berühmten Bildern der Worpsweder Maler, sogar wie auf den Aquarellen meiner malbegabten Mitschüler.

Der Artikel erschien in Ausgabe #4: Jetzt nachbestellen

Der Kanzlerkandidat saß fast auf mir

Ich starrte aus Istanbul auf den Himmel meiner Kindheit. Und ich begriff, dass das Heimatgefühl vielleicht erst über den Umweg entsteht. Vielleicht ist es das, was Peter Handke mit der „Langsamen Heimkehr“ meint; in der Erkenntnis des Entferntseins bereitet sich so etwas wie Heimkehr vor, wie Heimweh. Ich hatte Heimweh.

Wochen später fuhr ich nach Bremen. Werder spielte gegen einen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf. Neben mir saß der damalige Parteivorsitzende der SPD, Sigmar Gabriel. Wir sprachen über eine mögliche Kanzlerkandidatur, nicht von mir, nein, nein, natürlich von Gabriel. Gabriels mächtiger Körper sprang manchmal auf, wenn sich Werder eine seltene Torchance bot, dann fiel er wieder in den Sitz zurück.

Mensch, dachte ich, der Sitz ist ja viel zu klein für den künftigen Kanzlerkandidaten, er saß nämlich schon fast auf mir. Überhaupt schien mir das Weserstadion auch kleiner geworden zu sein. Früher, als ich das erste Mal hier als Junge war, da war es ein Riesenstadion, überhaupt war das Weserstadion das Größte, was es für mich gab, aber jetzt kam es mir vor wie unser Badezimmer, ich hatte das Gefühl, ich müsste den Kopf einziehen, – und als wenn nun auch noch der Kanzlerkandidat in das Badezimmer komme. Werder lag mittlerweile wieder mal in Rückstand, aber schien nun das Spiel drehen zu können, viele Angriffe über die Flügel.

Da unten sind Dieter und Uwe

Ich sprang auf. Wie früher. „Wissen Sie was?“, sagte ich zum Kanzlerkandidaten, „Wir beide sind mit Wundern groß geworden, wer Werder Bremen seit der Kindheit liebt, weiß, dass es Wunder gibt. Wir gewinnen das noch, glauben Sie nicht?“ Der Kanzlerkandidat nickte. Plötzlich war wieder dieses alte Gefühl in mir. Werder dreht das. Ich sah unten in der Kurve Dieter und Uwe, Freunde von früher, um Jahrzehnte gealtert, aber auch sie waren aufgesprungen, auch in ihnen war wieder der Glaube an das Wunder.

Da unten sind Dieter und Uwe, sagte ich zum Kanzlerkandidaten, Uwe und Dieter sind Freunde von früher. Seltsam, die weit aufgerissenen Augen von Dieter und Uwe, die ich natürlich nicht richtig erkennen konnte, aber mir einbildete, sie zu erkennen, das Auf und Ab ihrer Bewegungen, das wallende Hin und Her der Bewegungen der ganzen Ostkurve: Das alles kam mir vor wie die heimischen, norddeutschen Wolken, die ich aus Istanbul via türkisches Fernsehen gesehen hatte.

Trikots von Riedle, Burgsmüller und Völler

Plötzlich fühlte ich es: Ja, ich war zu Hause. Wie sehr hatte ich, ohne es zu wissen, all das vermisst. Das erste Wunder habe ich mit Dieter und Uwe in dieser Ostkurve erlebt. 1987, im November, einer dieser berühmten Bremer Flutlichtabende, UEFA-Pokal, 2. Runde, Rückspiel gegen Spartak Moskau. Dichter, kalter Nebel, Nebelwolken lagen über dem Rasen, und ich hatte über mein Karl-Heinz-Riedle-Trikot noch das alte Manfred-Burgsmüller- Trikot und das noch ältere Rudi-Völler-Trikot drübergezogen.

Das Hinspiel hatte Werder 1:4 verloren, keiner rechnete mehr mit einem Weiterkommen. Und dann das: 4:1 für Bremen nach 90 Minuten! Verlängerung: Riedle mit dem Kopf ins Glück, 100. Spielminute. Ich weiß noch, dass ich mir alle anderen Trikots wieder vom Leibe riss, um nur im Karl-Heinz-Riedle-Trikot zu jubeln. Und dann kam sogar noch Burgsmüller mit einem Drehschuss: 6:1!

Der Socrates Newsletter

Maradona, also Gott war im Weser-Stadion

Es ist mehr als ein Vierteljahrhundert her, aber ich sehe mich immer noch, wie ich mir in Ekstase im Wesernebel wieder das Manfred-Burgsmüller-Trikot über das Karl-Heinz-Riedle Trikot zog. „Können Sie sich noch zu Hause an das 6:1 gegen Spartak Moskau erinnern?!“, fragte ich den Kanzlerkandidaten. Er nickte.

Auch an den Nikolausabend 1989, UEFA-Pokal, Rückspiel gegen den SSC Neapel, den Titelverteidiger? Damals eine der besten Mannschaften der Welt. Endergebnis: 5:1! Wunder! Natürlich wieder unter Flutlicht! Für Neapel spielte im Weserstadion: Diego Maradona, also Gott; auf Bremer Seite hießen die Spieler ganz einfach Jonny Otten, Günter Hermann oder Dieter Eilts. Die Eintrittskarte von diesem irren Nikolausabend habe ich immer noch.

Es ist ein „Kutzop“ passiert

Es gab natürlich auch tragische Momente, die ich nie vergessen werde. April 1986: Handelfmeter in der vorletzten Minute gegen Bayern München. Wenn Kutzop trifft, dann ist Werder Bremen vorzeitig deutscher Fußballmeister. Kutzop, der alle sieben Elfer dieser Saison sicher verwandelte, läuft an, er verlädt Jean-Marie Pfaff im Bayern-Tor, aber – rechter Außenpfosten. Das nächste Spiel gewinnt Bayern und Bremen verliert, aus, vorbei, Meistertraum ade.

Man muss nur „Kutzop“ sagen, dann umarmen sich wildfremde Bremer und halten sich noch 25 Jahre danach tröstend in den Armen. Und wenn uns Bremern etwas misslingt, knapp misslingt, sagen wir kurz „Kutzop“, auch das ist Heimat. Meine Heimatmannschaft war schon immer die Horrormannschaft der Fußballwetten. Auf Werder konnte man sich nicht verlassen: Ausscheiden gegen den FC Superfund Pasching im UI-Cup und in derselben Saison 2003/04 dann deutscher Meister und Pokalsieger.

„So ein Mist! Pennt ihr denn alle?“

Aber vielleicht waren diese Temperaturstürze genau das, was die Werderaner zur beliebtesten Mannschaft des Landes machte. Einen Tag gelingt gar nichts, man ist unfassbar schlecht, und dann geht plötzlich im Wesernebel das Flutlicht an, und ein Wunder geschieht. Eine Mannschaft also, die sich immer wieder aus dem Sumpf zog und über sich hinauswuchs in offensivster Schönheit – das mochten die Menschen, da konnten die Bayern aus München siegen wie sie wollten, gegen diese typische Bremer Mischung aus Stümperei und Weserwundern, aus Genie und Wahnsinn kamen sie nie an, denn die Werderaner aus Bremen hatten immer etwas, wie ich finde, Lebendigeres, ja Menschlicheres.

Der Kanzlerkandidat schrie: „So ein Mist! Pennt ihr denn alle?“ Werder war wieder noch weiter in Rückstand geraten, das Spiel war offensichtlich nicht mehr zu drehen. Und es sah so aus, als käme nun eine sehr schwere Zeit für Werder. „Ich gehe. Mir reicht’s!“, sagte der Kanzlerkandidat. „Da bereite ich lieber den Parteitag vor.“ Auch Uwe und Dieter waren nicht mehr da, auch sie waren gegangen.

Ich schaute in den Himmel. Tiefe, schwarze Wolken. Auch die hatte ich früher malen müssen. Auch die gehörten zu meiner Kindheit.

Moritz Rinke

Moritz Rinke (Jahrgang 1967, geboren in Worpswede bei Bremen) ist ein in Berlin lebender deutscher Dramatiker und Romanautor. Er ist aktives Mitglied der deutschen Autorennationalmannschaft (Autonama) und spielt dort als erfolgreichster Torjäger. Zudem ist er Mitglied der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur. Gelegentlich ist Rinke Autor für das Socrates Magazin.
Moritz Rinke
Autor
,

Max Kruse im Interview: „Einstein hat recht“

Max Kruse hat die Bundesliga verlassen und sucht nun mit Fenerbahçe in der Türkei eine neue Herausforderung. Ein Gespräch über Verantwortung, Perspektiven und die wichtigsten Sachen im Leben.

Max Kruse, was bedeutet Ihnen Verantwortung?

Vorneweg zu gehen und auch andere Menschen zu unterstützen. Aber Verantwortung ist keine Art von Perfektion.

Wie meinen Sie das?

Niemand ist perfekt. Wichtig ist es, authentisch und sich selbst treu zu bleiben. Für den Fußball bedeutet das, dass man versucht, durch die Art und Weise, wie man veranlagt ist, eine Mannschaft nach vorne zu bringen.

Sie spielen bei Fenerbahçe in einer ziemlich neu zusammengestellten Mannschaft, müssen sich aber selbst erst integrieren. Verantwortung und Eingewöhnung: Geht beides?

Meiner Meinung nach geht schon beides. Ich habe genug Erfahrung, um Verantwortung zu übernehmen, auch wenn ich neu bin. Klar ist es ein anderes Land und die Art und Weise, wie Fußball gespielt wird, ist etwas anders. Aber letztlich ist es immer noch Fußball, also 11 gegen 11. Ich habe mich bei meiner Mannschaft schnell eingewöhnt, so dass ich sicher bin, dass ich mich schnell auf die Verantwortung konzentrieren und meine Leistung direkt abrufen kann.

Sie haben immer wieder neue Herausforderungen bei sehr verschiedenen Klubs gesucht: FC St. Pauli, SC Freiburg, Borussia Mönchengladbach, VfL Wolfsburg, Werder Bremen und nun Fenerbahçe – all diese Klubs sind schwer in ihrer Art und Weise zu vergleichen. Spornt Sie das Neue, das Unbekannte an?

Ehrlich gesagt gehe ich nicht nach bestimmten Kriterien, wenn ich mich um die Vereinswahl kümmere. Für mich muss der Eindruck passen, für mich muss das Gesamtpaket passen. Ich muss das Gefühl haben, dass das der richtige Weg ist. Ich würde nicht sagen, dass das Unbekannte mich anspornt, aber klar bin ich dafür, meinen Horizont zu erweitern.

Wie entsteht dieses Gefühl?

Wenn ich mich mit den Leuten unterhalte, muss ich denken: „Wow, darauf hast du Lust.“ Das war bei Fenerbahçe der Fall, genauso wie bei allen anderen Vereinen in meiner Karriere.

Haben Sie bewusst die Komfortzone Bundesliga verlassen?

Ja, die Entscheidung fiel bewusst. Ich würde aber nicht von Komfortzone sprechen. Ich habe eine lange Zeit in Deutschland gespielt und gelebt und hatte eine sehr schöne Zeit, aber mich hätte in der Bundesliga ehrlich gesagt nicht viel mehr gereizt. Ich habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, dass ich auf jeden Fall noch Erfahrung im Ausland sammeln will.

Das Interview erschien in Ausgabe #36: Jetzt nachbestellen

Fenerbahçe zeigt Interesse, hinterlegt das bei Ihrem Berater, der Sie dann davon informiert. Hand aufs Herz: Was war die erste Reaktion?

Sie war: „Wow, Istanbul! In der Stadt zu leben, das wäre schon geil.“

Wie ging es dann weiter?

Ich habe mich bei Nuri Şahin informiert, der ja bekanntlich Türke ist und mit dem ich bei Werder Bremen zusammengespielt habe. Wir haben darüber gesprochen, wie man in der Türkei Fußball spielt. Dann habe ich mit einem meiner Berater gesprochen, der Deutsch-Türke ist, und mit Fenerbahçes Sportdirektor Damien Comolli. Letztendlich habe ich Mehmet Ekici kontaktiert, der schon länger bei Fenerbahçe spielt. Bei allen habe ich mich über die Stadt, den Verein, die Kultur und die Liga informiert.

Es gibt inzwischen sicherlich viele Fußball-Länder, in denen man mehr verdienen kann als in der Türkei. Ist die Süper Lig dennoch lukrativ, weil man eine sportliche Herausforderung geboten bekommt und dennoch ordentlich entlohnt wird?

Man macht sich natürlich über alles Gedanken. Wenn man die Entscheidung trifft, den Verein zu verlassen, bei dem man spielt und eine neue Herausforderung sucht, denkt man über alles nach, was auf dem Tisch liegt. Für mich waren aber gewisse Vereine keine Option, egal wie viel Geld auf dem Tisch lag. Die Türkei, vor allem wenn man in Istanbul lebt, ist sehr europäisch, mit verschiedenen Kulturen, die dort zusammenkommen. Und natürlich hat mich auch ein Verein wie Fenerbahçe mit solchen Fans gereizt. Das Stadion ist immer ausverkauft, die Stimmung ist überragend und das ist natürlich eine Motivation, diesen Verein wieder nach vorne zu bringen. Ich glaube auch, dass die türkische Liga unterbewertet wird. Ich glaube, sie ist besser, als sie medial dargestellt wird. Die Liga ist körperlich hart und der Druck ist enorm, wenn man für einen Verein mit 25 Millionen Anhängern spielt.

Oscar Wilde sagte mal: „Als ich klein war, glaubte ich, Geld sei das Wichtigste im Leben. Heute, da ich alt bin, weiß ich: Es stimmt.“ Wie ist es bei Ihnen?

Geld ist definitiv wichtig, weil man sich das Leben dadurch erleichtern kann und vielleicht ein paar Sorgen weniger hat. Ich stimme aber nicht zu, dass es das Wichtigste im Leben ist. Das geht mir etwas zu weit.

Dann halten Sie es wie Albert Einstein, der sagt: „Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt.“

Ja, da hat er recht. Ich habe ein gutes Beispiel dafür: meinen Sohn. Den könnte ich mir für kein Geld der Welt kaufen. Von daher gilt auch für mich: Die besten Dinge des Lebens gibt’s nicht für Geld.

Viele Fußballer hört man immer wieder sagen, dass sie an die Zukunft und an die Familie denken müssen, wenn es um ihre Planungen geht. Hört irgendwann tatsächlich die Romantik auf, wenn man sich woanders finanziell besser absichern kann?

Das muss jeder für sich entscheiden. Ich persönlich finde diesen Ansatz gar nicht so verwerflich. Dass man dorthin geht, wo man am meisten Geld verdient. Egal ob man Fußballer ist oder einen anderen Job auf der Welt macht, versucht man am Ende des Tages das meiste für die Familie und für sich selbst herauszuholen. Vielleicht nicht für eine 1,50 Mark mehr, aber wenn es in andere Sphären geht, dann schon. Ich glaube, dass dann die Romantik aufhört. Vielleicht nicht mit 24, 25 Jahren, aber wenn man irgendwann weiß, dass man nicht mehr ein Leben lang Fußball spielen wird, denkt man ans Absichern. Das ist doch normal.

Das sind die Spitzenverdiener des Sports 2019

Machen Sie sich schon Gedanken über das Leben nach der Karriere?

Gedanken machen würde ich nicht sagen. Ich habe noch einige Jahre vor mir als Profi und will vor allem Akzente setzen für Fener in der Türkei: Meister werden, Champions League mit Fenerbahçe spielen. Diese ganzen Ziele kommen noch. Bis zum Ende meiner Karriere werde ich wahrscheinlich noch einige Menschen kennenlernen und weitere Interesse entwickeln. Nur eine Sache weiß ich sicher…

…wir sind gespannt.

Ich steige in ein Rennauto.

Immer mehr Fußballer werden Business Manager. Oliver Kahn hat Firmen aufgebaut, René Adler hat ein Start-up für Torwart-Handschuhe, Philipp Lahm ging Richtung Pharmaunternehmen. Jonas Hofmann aus Mönchengladbach hat Fastfood-Filialen. Wäre das etwas für Sie?

Über solche Dinge habe ich mir tatsächlich schon mal Gedanken gemacht. Eine App habe ich schon mal probiert, das hat aber leider nicht funktioniert. Ich weiß nicht, ob genau diese Sachen etwas für mich wären, aber natürlich bin ich offen für interessante Businessideen und die werden auch kommen. Der Fokus liegt aber erst mal absolut auf Fußball.

Ihr Präsident bei Fenerbahçe, Ali Koç, ist einer der erfolgreichsten Geschäftsmänner der Welt. Haben Sie mal überlegt, ein Praktikum bei ihm zu machen?

Tatsächlich jetzt, nachdem ich die Frage gestellt bekommen habe: Ja, ich kann es mir durchaus vorstellen. Und nicht nur bei ihm. Ich war positiv überrascht, wie viele Möglichkeiten Istanbul bietet im Bereich Events, Design oder Medien und ich habe schon einige interessante Geschäftsleute kennengelernt. Ich kann mir schon vorstellen, mir einiges in den Bereichen anzugucken und anzuhören.

Max Kruse, sind Sie zufrieden mit dem bisher Erreichten Ihrer Karriere?

Ja, ich bin sehr, sehr zufrieden mit dem, was ich erreicht habe. Es hätte sicherlich noch etwas dazukommen können, was aus verschiedenen Gründen nicht geklappt hat, aber ich habe mich bei allen meiner Karriereschritte immer gut gefühlt und habe nie etwas bereut. Vielleicht bin ich nicht einer der besten Fußballer der Welt geworden, aber ich habe meine Qualität und meine Persönlichkeit bis jetzt unter Beweis gestellt. Ich habe auch noch einiges vor, von daher heißt es: Gas geben, es geht immer weiter.

Interview: Fatih Demireli

,

Serge Gnabry: „Per? Wie ein anstregender Vater“

Nationalspieler Serge Gnabry profitiert fußballerisch und familiär von vielen Einflüssen. Ein klarer Plan brachte ihn von London über Bremen und Hoffenheim zum FC Bayern. Dort ist der 24 Jahre alte Offensivmann nun der Mann für alle Schnauzer. Bei Socrates spricht er aber nicht nur darüber.

Der Artikel erschien in Ausgabe #26

Serge Gnabry, googlen Sie Ihren Namen?

Klar, das habe ich zu Beginn meiner Karriere schon gemacht. Da wollte ich wissen, was im Internet über mich geschrieben steht. Aber ich bin jetzt nicht so ein Computerfreak, dass ich wüsste, wie viele Treffer es zu meinem Namen gibt.

Es sind über 1,2 Millionen.

Das ist viel.

In der Tat. Wie wichtig ist Ihnen Popularität?

Im Fußballbusiness stehst du in der Öffentlichkeit, ob du willst oder nicht. Das akzeptiere ich und begreife es als Teil meines Jobs. Privat versuche ich, alles etwas ruhiger zu gestalten. Das tut mir persönlich gut. Ich sitze nicht daheim und denke darüber nach, wie populär ich möglicherweise bin.

Denken Sie daheim über Frisuren nach? In der Bildersuche tauchen Sie mit auffällig vielen Looks auf.

Es gefällt mir auf jeden Fall, immer mal wieder etwas zu verändern. Ich bin bei meiner Optik gerne kreativ und offen für vieles. Bei mir wachsen die Haare relativ schnell nach, weswegen ich bei dem Thema auch sehr entspannt bin. Bevor ich zu diesem Interview gekommen bin, habe ich meinen Bart verändert, jetzt trage ich Schnauzer. Daran ist Joshua Kimmich übrigens nicht ganz unschuldig.

Erzählen Sie.

Sagen wir es mal so: Ich hatte Joshua stark bearbeitet, dass er sich einen Schnauzer schneidet. Dann klopfte es irgendwann im Mannschaftshotel an meiner Zimmertür. Joshua stand mit unschlüssigem Gesicht und einem Schnauzer vor mir. Ich musste lachen und sagte spontan: „Wenn du ihn stehen lässt, bin ich der nächste, der einen Schnauzer hat.“ Ich hoffe, dass noch einige von den anderen Jungs uns barttechnisch folgen werden. Sandro Wagner habe ich den Schnauzer bereits wärmstens empfohlen. Der braucht allerdings noch Bedenkzeit.

Zurück zu Ihren Haaren. Stehen Frisuren bei Ihnen für Lebensabschnitte?

Ich hatte wirklich schon viele. Mal die Haare hoch, dann ganz kurz wie jetzt. Einmal hatte ich auch einen blonden Streifen. Aber damals war ich 17 – also why not? Meistens kommen die Anstöße für Frisuren von Freunden. Ich ziehe es dann durch. Sie stehen eher für eine Laune als für Lebensabschnitte.

Inwiefern haben sich nicht nur Optik, sondern auch Träume verändert?

Ich trage tatsächlich immer noch die gleichen Träume in mir wie damals mit 16, als ich zum FC Arsenal ging. Das war sicherlich ein sehr gewagter Schritt zu dem Zeitpunkt. Aber schon damals wollte ich auf dem höchsten Level Fußball spielen und Titel gewinnen. Und das will ich noch immer.

In London arbeiteten Sie unter Arsène Wenger. Was von ihm ist Ihnen besonders im Kopf geblieben?

Arsène Wenger ist ein sehr beobachtender Typ. Ich fand sehr bemerkenswert, dass er jedem Spieler viel Freiheit gegeben hat. Und dass er den Spielern auch viel Verantwortung übertragen hat. Dadurch ergab sich für jeden die Möglichkeit, auch als Person zu wachsen. Das hat meine Entwicklung ganz sicher positiv beeinflusst.

Insgesamt verbrachten Sie vier Jahre in England. Inwiefern hat Sie die Zeit im Ausland verändert?

Allein der Schritt ins Ausland war damals ein Riesending. Man lässt Familie und Freunde zu Hause, kommt in ein neues Land, trifft auf eine neue Kultur. Man lernt, sich zu adaptieren, mit einer anfangs ungewohnten Situation zurechtzukommen. Es war sicher nicht immer easy. Gerade die Zeit von 16 bis 20 oder 21 ist vielleicht die Zeit, in der du als heranwachsender Mann alles erleben willst. Dass ich das in London erleben durfte, hat mir auf viele Dinge einen anderen Blickwinkel gegeben.

Auch familiär profitieren Sie von unterschiedlichen Perspektiven. Ihr Vater stammt aus der Elfenbeinküste, Ihre Mutter aus Schwaben. Sind Sie froh, nicht eindimensional aufgewachsen zu sein, sondern Vielfalt zu verkörpern?

Ich sehe in dieser Vielfalt tatsächlich nur Vorteile. Je mehr du von der Welt mitbekommst, je mehr Erfahrungen du machst, desto mehr hast du die Möglichkeiten zu vergleichen, Dinge anders einzuordnen.

Sind Sie mehr Ivorer oder mehr Schwabe?

Der Schwabe spart.

Trifft das auf Ihre Mutter zu?

Ja. Das kriegst du aus ihr nicht raus.

Und, haben Sie die Sparsamkeit von ihr übernommen?

Teils, teils. Ich habe zum Glück von beiden Seiten etwas mitbekommen. Die Sparsamkeit und die typisch deutschen Tugenden von meiner Mutter. Und von meinem Vater das Lebhafte, den Spaß, den Genuss und die Freude an afrikanischer Musik. Ich weiß gar nicht, wie die beiden sich gefunden haben. (lacht)

Zeichnet Sie diese bunte Mischung auch als Fußballer aus?

Es fällt mir in der der Tat schwer, mich als Fußballer klar einem bestimmten Spielstil zuzuordnen. Nur Fußball zu arbeiten, das trifft auf mich nicht zu. Ich muss ihn auch leben können.

Welcher Gedanke treibt Sie konkret an?

Am wichtigsten ist mir, Freude an dem zu haben, was ich tue. Und die Zeit zu genießen, so lange ich gesund bin. Ich habe das Glück, dass der Fußball dafür sehr gute Rahmenbedingungen bietet, um viel Freude an seinem Beruf zu entwickeln.

Geht das im harten Fußballgeschäft überhaupt: immer Spaß zu haben?

Das geht schon. Klar, du musst mit Dingen wie Ergebnisdruck und Medienpräsenz zurechtkommen. Aber wenn du dir vor Augen führst, was dir da ermöglicht wird, musst du doch gute Laune haben: einfach Fußball spielen zu dürfen. Das war früher mein Hobby, meine Leidenschaft. Jetzt ist genau das mein Beruf. Dann muss das doch Spaß machen.

Bis Sie nach Ihren ersten beiden A-Länderspielen 2016 wieder von Jogi Löw für die Nationalmannschaft berufen worden sind, verging viel Zeit. Schoss Ihnen da im Vorfeld der WM mal die Frage durch den Kopf: Warum nominiert Jogi Löw mich nicht, der braucht mich doch?

Deutschland hat genug gute Spieler. Ich denke, ich habe auch vergangene Saison gute Leistungen gezeigt, war in einer guten Verfassung. Leider wurde ich dann durch die Verletzung gestoppt. Jetzt bin ich froh, wieder fit zu sein und auch für die Nationalmannschaft spielen zu dürfen.

Hat Deutschland seit dem Gruppenaus bei der WM seinen Top-Team-Status verloren?

Das sehe ich nicht so. Es gab auch andere Weltmeister, die ebenfalls früh beim nächsten Turnier die Heimreise antreten mussten. Und trotz der sicherlich nicht perfekten Ergebnisse in der Nations League kann ich nicht erkennen, dass die Nationalmannschaft an sportlicher Wertigkeit verloren hat. Ich denke, andere Nationen haben nach wie vor großen Respekt vor uns, weil jeder weiß, wie gefährlich Deutschland ist. Und das werden in Zukunft ganz sicher auch die Ergebnisse wieder belegen.

Bis Sie beim FC Bayern durchstarten konnten, dauerte es aufgrund Ihrer im Sommer noch nicht vollständig auskurierten Verletzung ebenfalls. Ist Geduld eine Stärke oder Schwäche von Ihnen?

Eine Schwäche. Als Fußballer willst du spielen. Das kann jeder der Jungs unterschreiben. Da Geduld aufzubringen, ist innerlich am schwersten. Äußerlich geht das. Man ringt in so einer Phase mit sich selbst: Man weiß zwar, dass es nicht geht, jedes Spiel zu machen und sein Ego über das Team zu stellen. Aber man will trotzdem auf den Platz. Du versuchst dann einfach, jedes Training Gas zu geben. Es bringt ja nichts, eine beleidigte Miene zu schieben. Aber ganz ehrlich: Nicht zu spielen, das ist mit das Schlimmste für einen Fußballer.

Gab es im Zuge Ihres Bayern-Wechsels Zweifel, ob Sie eine echte Chance haben, solange Arjen Robben und Franck Ribéry noch spielen?

Ich war relativ jung, als Franck bereits bei Bayern wirbelte. Da saß ich teilweise vor dem Fernseher und staunte. Mir war jedoch immer klar, dass eine Mannschaft, die in drei Wettbewerben vertreten ist, mehr als nur zwei Außenspieler benötigt. Und jeder von uns Flügelspielern geht mit dem gleichen Ehrgeiz an die Sache ran und will spielen. Im sportlichen Sinne ist es meine Konkurrenz. Aber ich bin auch ihre. Da spielt Alter keine Rolle.

Der Socrates Newsletter

Arjen Robben lobt Sie als „Freund im Fitnessraum“.

Das ist ein schönes Kompliment. Aber Arjen verbringt dort immer noch etwas mehr Zeit als ich. Er hat ein sehr straffes Programm. Ich habe mein eigenes. Aber es gibt auch viele andere Jungs, die im Kraftraum gut dabei sind.

Welche?

Meine beiden Schnauzer- Freunde zum Beispiel: Joshua und Sandro. Gerade von Sandro haben einige Menschen möglicherweise ein falsches Bild. Er ist einer der ehrgeizigsten Spieler, die ich kenne. Einer, der auch im Gym immer alles gibt.

Kommt da bei Ihnen im Fitnessraum wieder die Mutter durch – auch außerhalb des Rasens sehr hart für den Erfolg arbeiten zu müssen?

Das ist sehr gut formuliert. In der Frage steckt viel Wahrheit drin. Ich möchte damit nicht sagen, dass mein Vater nicht auch hart arbeitet. Aber als kreativer Offensivspieler bist du von der Körpersprache zumeist ein bisschen lockerer als ein Verteidiger oder ein Defensiver wie Joshua. Diese Lockerheit empfinde ich im Spiel, da bin ich etwas mehr mein Vater. Im harten Trainingsalltag profitiere ich von den Eigenschaften meiner Mutter.

Sie haben vor geraumer Zeit James Harden von den Houston Rockets imitiert, indem Sie nach geschossenen Toren einen Koch mimten. Nach dem Motto: „Wer viele Punkte macht, ist der Chefkoch.“ Wo ist gerade Ihr Platz in der Bayern-Küche?

Regelmäßig auf dem Platz, hoffe ich.

Kochen Sie zu Hause?

Ich bin kein wirklich guter Koch. Ab und zu probiere ich mich an einem Gericht. Aber das ist ein Platz, an dem ich mich eher zurückhalte.

Der Schwabe geht essen?

Durchaus gerne. Aber wenn ich das zu oft mache, beschwert sich meine Mutter. Sie mahnt mich dann an, doch auch mal die Reste daheim zu essen.

Sie haben bereits unter vielen großen Trainern gearbeitet: Wenger, Nagelsmann, Löw, jetzt Kovač. Müssen Fußballer heute vielfältig sein, um zu „überleben“?

Ich kann es nur für mich beurteilen: Die vielfältige Ausbildung hat mich auf jeden Fall weitergebracht. Die vielen Trainer haben einen ähnlichen Einfluss wie die vielen Stationen: Wenn du vieles erlebst, bist du für vieles offen. Du lernst, zu adaptieren. Jeder Trainer hat seine Philosophie, seine persönliche Art. Beispielsweise ist die Schule Nagelsmann sehr technisch, bei Arsenal war sehr viel auf Ballbesitz ausgerichtet, sehr viel auf One-Touch.

Inwiefern war der Weg von London über Bremen und Hoffenheim nach München eigentlich geplant?

Ich hatte bei meinem Weg zum Glück wirklich genug Möglichkeiten, die eine Entscheidung notwendig machten. Am Ende waren die genannten Vereine genau die Klubs, zu denen ich zum jeweiligen Zeitpunkt wollte. Anfangs war für mich wichtig, viel Spielzeit in der Bundesliga zu erhalten, mich in einem ruhigen Umfeld unaufgeregt weiterentwickeln zu können. Dafür war Bremen eine perfekte Station. In Hoffenheim ging es dann viel um das Fußballerische, um das Lernen. Es war eine Art Vorbereitung auf den größtmöglichen Schritt in Deutschland, dem Schritt zum FC Bayern. Und hier spiele ich nun auf internationalem Top-Niveau, auf dem ich mich jeden Tag beweisen muss.

Ihr Weg zum FC Bayern war also kein Zufall.

Das war der Plan. Und ich denke, mein Plan ist bis jetzt aufgegangen.

Bei Ihrer Vorstellung in München wurde zunächst allerdings mehr über Ihr rot-weiß gestreiftes Oberteil statt über Ihr Fußballkönnen diskutiert. Sind wir Deutschen manchmal zu eindimensional?

Den einen interessiert es, den anderen nicht. Dass das zu einem Thema in der Öffentlichkeit wurde, war meines Erachtens etwas übertrieben. Geärgert habe ich mich darüber aber nicht. Ich bin immer noch überzeugt von dem Polo. Ich finde, es sieht klasse aus.

Ist es Ihnen wichtig, was die Menschen über Sie denken?

Du willst als Mensch nie schlecht dastehen. Ich auch nicht. Abgesehen davon ist mir bewusst, dass Menschen verschiedene Meinungen zu Personen haben, die in der Öffentlichkeit stehen. Wenn ich mir über jede einzelne Meinung Gedanken mache, kann das schnell schiefgehen. Generell bin ich aber jemand, der an Menschen sehr interessiert ist.

Das belegt Ihr Engagement für die Initiative „Common Goal“. Sie gehören zu den Sportlern, die ein Prozent Ihres Gehaltes für soziale Zwecke spenden. Warum?

Erstens: Ich bin so erzogen worden, dass man teilt. Zweitens: Der Fußball ermöglicht dir, viele Länder zu bereisen. Und wenn du auf diesen Reisen mal nach rechts und links blickst, wird dir bewusst, dass es anderen Menschen wesentlich schlechter geht. Und drittens: Durch die Herkunft meines Vaters habe ich natürlich einen engen Bezug zu Afrika. Dort zu sein, öffnet mir jedes Mal nicht nur die Augen, sondern macht mich auch betroffen. Weil ein Teil meiner Familie dort eben unter völlig anderen Bedingungen lebt. Und obwohl sie wenig haben, versprühen trotzdem alle gute Laune, sind extrem hilfsbereit. Da schaust du dich um und denkst: ‚Wow!‘

Wie oft bekommen Sie ein persönliches „Wow“ von Ihrem Freund Per Mertesacker zu hören?

Ein „Wow“ von Per? Von ihm gibt es immer nur Feuer, immer Kritik. Er möchte, dass ich das Bestmögliche aus mir heraushole. Er steht für mich exemplarisch für die deutschen Tugenden: Immer arbeiten, immer versuchen, alles zu geben. Zu sehen, wie er arbeitet und den Fußball lebt, hat mich ebenfalls ein Stück geprägt.

Per wäre also eine gute Mutter.

Ich würde eher sagen, ein anstrengender Vater.

Interview: Felix Seidel & Fatih Demireli

, , ,

Felix Magath: „Nicht Superman. Profi!“

An Felix Magath kleben viele Vorurteile, doch der 65 Jahre alte Fußballtrainer hält wenig davon. Er liebt seinen Sport und spricht darüber, wie er sich den Fußball vorstellt und wer ihn vom Rasenmähen abhält. In dieser Ausgabe sprechen u.a. auch Mick Schumacher und Eden Hazard.

Felix Magath: Die Sache mit dem Mittelmaß

Felix Magath war noch nie ein Typ, der klaren Worten aus dem Weg geht. Der 65 Jahre alte Fußball-Trainer sagt das, was er für richtig hält – und dies zumeist unmissverständlich. Im Exklusiv-Interview für die 32. Ausgabe von SOCRATES blieb sich Magath treu. Die Bundesliga? „Nur noch Mittelmaß!“ Die Spieler? „Eine katastrophale Saison, aber ein Tor reicht, um Superstar zu werden!“ 

Dabei will Magath gar nicht als Knorrer oder Quälix wahrgenommen werden. An ihm kleben viele Vorurteile, aber eigentlich liebt er den Fußball und will, dass er besonders in Deutschland von Erfolg gekrönt ist. Im Interview spricht Magath auch darüber, ob ihn der DFB anruft und wohin die Reise für ihn gehen könnte.

Was gibt es sonst in dieser Ausgabe?

Mick Schumacher im Exklusiv-Interview

Mick Schumacher hat mehr Druck als jedes andere Motorsport-Talent in Deutschland. Selbstbewusst ist der Sohn von F1-Legende Michael Schumaccher trotzdem, auch wenn er sich selbst in Sachen Formel 1 keinen Druck macht. Wir sprachen mit ihm darüber.

Eden Hazard im Exklusiv-Interview

Der Mann ist in aller Munde. Eden Hazard wird im Sommer wohl den Verein wechseln. Weg von Chelsea, hin zu… Spätestens seit der WM in Russland in der absoluten Weltklasse angekommen. Verändert hat er sich deshalb nicht. Der Belgier erzählt, was ihm wichtiger ist als Tore und Titel.

Schrei der Herzen

Fußball ist alles in Neapel: Ersatz für Religion, Projektionsfläche für Sehnsüchte und Träume. Die anhaltende Erfolglosigkeit des SSC Napoli aber sorgt für Frust und Resignation. Doch Vorsicht: Manchmal reicht ein Nichts – und eine ganze Stadt steht in Flammen.

Yannick Noah im Exklusiv-Interview

Yannick Noah (59) denkt auch heute noch fast täglich an seinen Triumph in Paris 1983. Warum er den gegen die Stars von heute niemals gefeiert hätte, warum er sich über Nadal-Triumphe nicht freuen kann und warum er sich damals einen Psychologen an seiner Seite gewünscht hätte, erzählt er im Interview mit SOCRATES.

Kristina Vogel im Exklusiv-Interview

Kristina Vogel ist zweifache Bahnrad-Olympiasiegerin und elffache Weltmeisterin. Seit einem Trainingsunfall am 26. Juni 2018 ist die 28-Jährige querschnittgelähmt. SOCRATES erzählt sie von ihrem neuen Leben, ihren Plänen und Begegnungen mit dem Schicksal.

Dies und vieles mehr in Socrates #32!
, , , ,

Frank Baumann: Werders stiller Visionär

Frank Baumann ist Geschäftsführer bei Werder Bremen und ein Macher, der viel Bewegung in den Klub bringt. Nur sprechen mag er nicht so gerne darüber. Für uns macht er in der neuen Ausgabe eine Ausnahme.

Frank Baumann: Visionen und Zurückhaltung

Etwas unglücklich ist Werder Bremen aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Gegen den FC Bayern München kämpften die Werderaner bis zum Ende, verloren aber mit 2:3. Das Pokalfinale wäre das i-Tüpfelchen einer bisher großartigen Saison gewesen. Die Entwicklung Werders von einem Klub, der nach tollen Jahren zuletzt gegen den Abstieg spielte und nun wieder den Europapokal als Ziel erklärt, nicht zufällig.

Dafür sorgte auch Bremens Geschäftsführer Frank Baumann, der sicherlich kein Mann vieler und lauter Worte ist, aber im Hintergrund wichtige Entwicklungsarbeit leistet. Für SOCRATES machte der 43 Jahre alte Baumann eine Ausnahme und spricht in der aktuellen Ausgabe über Entschlossenheit, Mut und eine Zurückhaltung, die zum Vorteil wird.

Was gibt es sonst in dieser Ausgabe?

Exklusiv-Interview mit Katarina Witt

SOCRATES traf Witt am Rande der Laureus Awards in Monte-Carlo. Natürlich ist von der DDR, von Jutta Müller und Carmen die Rede. Doch nicht nur…

Exklusiv-Interview mit Toni Söderholm

Der neue Eishockey-Bundestrainer ist passend zur Sportart cool. Supercool sogar. Toni Söderholm spricht mit SOCRATES über das Erbe der Olympiahelden, wegweisende Maßnahmen – und zwei Dinge, die selbst ihn aus der Reserve locken können.

Franck Ribery & Arjen Robben

Eine Ära beim FC Bayern neigt sich ihrem Ende zu. Arjen Robben und Franck Ribéry prägten ein Jahrzehnt, wurden gefeiert, verflucht – und innig geliebt. Die Zuneigung beruhte immer auf Gegenseitigkeit und ihre Leistungen sind ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Sie werden dem FC Bayern fehlen, aber nicht nur dem.

Exklusiv-Interview mit Dirk Bauermann

Dirk Bauermann ist seit drei Jahrzehnten Trainer und hat alles gesehen, möchte man meinen. Er selbst sieht das ganz anders und schlägt in der Türkei das nächste Kapitel seiner Karriere auf. Mit SOCRATES diskutiert er über die Vielfalt der Kulturen, verletzende Vergleiche und kognitive Verzerrung. Er singt ein Loblied auf Dirk Nowitzki – und einen anderen großen Blonden.

Exklusiv-Interview mit Jean Todt

Jean Todt ist die Institution schlechthin im weltweiten Automobil-Rennsport. SOCRATES sprach mit dem FIA-Präsidenten über sein Erfolgsgeheimnis, unglaubliche Realitäten und – natürlich – Michael Schumacher.

Ronaldos Welt

Ronaldo war einst ein Weltklassestürmer bei den besten Klubs der Welt. Nun ist er ein erfolgreicher Geschäftsmann und neuer Eigentümer von Real Valladolid. Doch warum ausgerechnet Valladolid? SOCRATES war vor Ort, um das herauszufinden.

Dies und vieles mehr in Socrates #31!
,

Serge Gnabry: Deutschlands neuer Hoffnungsträger

Serge Gnabry ist der neue Hoffnungsträger des deutschen Fußballs und des FC Bayern. Der 23 Jahre alte Nationalspieler profitiert fußballerisch und familiär von vielen Einflüssen. Bei Socrates spricht er über einen klaren Plan und Schnauzerträger in München.

Serge Gnabry: Wanderung ins Glück

VfB Stuttgart, FC Arsenal, Werder Bremen, 1899 Hoffenheim – und jetzt FC Bayern. Serge Gnabry verfolgt einen erfolgreichen Karriereplan. Dabei profitiert der 23 Jahre alte Offensivspieler von den Einflüssen aus der Familie. Vater aus der Elfenbeinküste, Mutter aus Schwaben. Ein ungleiches Paar, das den Nachwuchs die perfekte Mischung verpasste. Und das nicht nur auf dem Fußballplatz. Trotz jungen Alters engagiert sich Gnabry für das Wohl der Menschen auf diesem Planeten und gibt dafür sogar ein Teil seines Gehaltes ab.

Im ausführlichen Interview mit Socrates spricht Gnabry über ein Leben, das früh von Wanderung geprägt war, das Verhältnis zu seinen Eltern, Respekt vor großen Namen beim FC Bayern und er erzählt, warum Teamkollege Joshua Kimmich einen Schnurrbart tragen muss. Die Ausgabe #26 ist ab sofort im Handel erhältlich.

Was gibt es noch in Ausgabe #26?

Wo gibt es Socrates?

Hol‘ dir das Socrates-Testabo für nur 10 Euro!